Deutschland zählt immer noch zu den Bargeldländern. Anders als etwa die Länder Skandinaviens, in denen sich häufig nur noch bargeldlos zahlen lässt. Aber auch hierzulande geht die Bedeutung von Bargeld im täglichen Leben zurück. Dies zeigt eine Erhebung der Deutschen Bundesbank, die diese alle zwei Jahre durchführt.Wurde 2008 noch für 83 Prozent aller Bezahlvorgänge Bargeld genutzt, so sank dieser Anteil kontinuierlich auf 51 Prozent im Jahr 2023. Diese knappe Mehrheit haben Münzen und Scheine in der jüngsten Erhebung, die zwischen dem 8. September und 2. Dezember vergangenen Jahres durchgeführt wurde, eingebüßt.Mittlerweile wird Bargeld nur noch für 45 Prozent aller Transaktionen verwendet. 25 Prozent entfielen auf Debitkarten, zu denen auch die in Deutschland populäre Girocard gehört. Der Anteil von Kreditkartenzahlungen betrug zuletzt fünf Prozent, der von Überweisungen sechs Prozent. Der Rest entfällt auf digitale Wege, Rechnungen zu begleichen, etwa Internetbezahlverfahren, wie Pay Pal oder Klarna (sechs Prozent) und sogenannte Wallets, in Smartphones oder -watches hinterlegte Bezahlkarten, wie Apple Pay (zehn Prozent).Dabei ging im Vergleich zur Erhebung im Jahr 2023 nicht nur die Nutzung von Bargeld (minus sechs Prozent) zurück, sondern auch die von Debit- und Kreditkarten (jeweils minus ein Prozent). Zulegen konnten insbesondere Wallets (plus vier Prozent) und Internetbezahlverfahren (plus drei Prozent).Vor allem für die Begleichung höherer Beiträge liegt Bargeld mit 23 Prozent gemeinsam mit der Überweisung beziehungsweise Lastschrift nur noch auf dem zweiten Platz. Diese werden am häufigsten (28 Prozent) mit der Debitkarte beglichen.Aber bargeldloses Zahlen ist trotz des Digitalisierungstrends längst nicht überall möglich. Etwa ein Viertel der Befragten berichtete, dass sie mindestens einmal nicht wie gewünscht bargeldlos bezahlen konnten. Die Menschen müssten „nach ihren eigenen Bedürfnissen bar und unbar bezahlen können“, betont Bundesbankvorstand Burkhard Balz: „Eine vollständige Wahlfreiheit ist aktuell nicht gegeben.“Balz unterstreicht aber auch die Bedeutung von Bargeld. Die Ergebnisse machten „deutlich, dass nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen an der Digitalisierung teilhaben. Ältere Menschen, Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen, geringem Einkommen oder niedriger digitaler Kompetenz nutzen überdurchschnittlich häufig Bargeld und sind auf dessen Verfügbarkeit in besonderer Weise angewiesen“, schreibt der Bundesbankvorstand im Vorwort zur Studie „Zahlungsverhalten in Deutschland 2025“.Eine Mehrheit der 6070 Befragten der Erhebung hält Bargeld nach wie vor für wichtig. Persönlich für „sehr wichtig“ halten Bargeld 38 Prozent (minus vier Prozent im Vergleich zur vergangenen Erhebung), für „wichtig“ noch (unverändert) 26 Prozent. Für Deutschland empfinden 50 Prozent der Umfrageteilnehmer dies für „sehr wichtig“ und weitere 30 Prozent für „wichtig“.
Bargeld in Deutschland: Nur noch 45 Prozent nutzen es
Die Bundesbank beobachtet den Vormarsch des digitalen Bezahlens. Viele Deutsche wollen aber Scheine und Münzen nicht missen.








