Satelliten sprechen mit Satelliten: In der kommenden zweiten Generation des europäischen Navigationssystems Galileo sollen die Satelliten direkt miteinander kommunizieren. Diese Funktion wird nach Angaben der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA) gerade von Airbus Defence and Space und Thales Alenia Space getestet.

Die Satelliten der zweiten Galileo-Generation werden in der Lage sein, miteinander im Orbit zu kommunizieren und dabei Daten zu Zeit und Position auszutauschen. Bisher erfolgt die Kommunikation über Bodenstationen: Ein Satellit kommuniziert mit der Bodenstation, die die Daten an den empfangenden Satelliten weiterleitet. Das bedingt, dass beide Satelliten eine Sichtverbindung zu einer Bodenstation haben müssen. Das soll künftig entfallen. Wenn Satelliten keine Sichtverbindung zueinander haben, können andere als Relais dienen.

Für diese Intersatelliten-Kommunikation verfügen die Gen2-Satelliten über zwei Terminals mit jeweils einer eigenen Antenne. Diese wird alle 40 Sekunden neu auf einen anderen Satelliten ausgerichtet. Über die erwartete Betriebsdauer eines Satelliten von 15 Jahren mache das rund 12 Millionen Antennenbewegungen, teilte die ESA mit.

Um sicherzustellen, dass der Mechanismus im Weltraum reibungslos funktioniert, testeten Airbus Defence and Space und Thales Alenia Space die Satelliten ausgiebig: Über Monate mussten sich die Mechanismen mit millionenfachen Ausrichtungen bewähren, um sicherzustellen, dass sie über die ganze Betriebsdauer des Satelliten funktionieren.