Die vorläufige Friedensvereinbarung zwischen den USA und dem Iran ist in weiten Teilen Ost- und Südostasiens mit einer Mischung aus Erleichterung und Zurückhaltung aufgenommen worden. Die Region hatte unter den wirtschaftlichen Folgen des mehr als drei Monate andauernden Konflikts am Golf überdurchschnittlich gelitten.

Für viele Regierungen stand bei der ersten Reaktion weniger die Geopolitik als die Wirtschaft im Vordergrund. Die Aussicht auf eine Wiederöffnung der Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Anteil der weltweiten Öl- und LNG-Exporte verläuft, hat die Sorgen um Versorgungssicherheit und steigende Inflation deutlich gedämpft.

Die Finanzmärkte in der Region reagierten am 15. Juni umgehend, nachdem die Vereinbarung am späten Vorabend bekannt geworden war. Wie Reuters berichtete, legten die asiatischen Aktienmärkte zu, während die Ölpreise stark fielen, nachdem Washington und Teheran eine Rahmenvereinbarung zur Beendigung der Kampfhandlungen angekündigt hatten.

Niedrigere Energiekosten sollen den Druck mindern

Japan zählt zu den eindeutigsten Profiteuren der Einigung. Als einer der weltweit größten Energieimporteure nach Volumen war das Land besonders anfällig für Störungen der Schifffahrt am Golf. Am Morgen des 15. Juni stiegen die japanischen Aktien nach Bekanntwerden der Vereinbarung deutlich – Ausdruck der Erwartung, dass niedrigere Energiekosten den Druck auf Hersteller und Verbraucher mindern könnten. Reuters wies zudem darauf hin, dass Investoren die Aussicht auf einen geringeren Inflationsdruck begrüßten, auch wenn die breiteren Bedenken hinsichtlich der Schwäche des Yen weiterhin bestehen.