Besitz ist etwas Natürliches. Tiere, die eine begehrte Nahrung erlangt haben, müssen fürchten, sie sofort wieder an andere zu verlieren und beim Kampf darum zu Schaden zu kommen. Für den Menschen war die Erfindung von Eigentum als einer Rechtsposition deshalb ein wesentlicher Schritt im Zivilisationsprozess, der gleichwohl umstritten blieb. John Locke hat das Eigentum zum Naturrecht erklärt, gleichrangig neben Leben und Freiheit. Rousseau dagegen gespottet, derjenige sei der wahre Gründer der bürgerlichen Gesellschaft gewesen, der als Erster ein Stück Land eingezäunt, damit seinen Besitzanspruch erhoben und Leute gefunden habe, die einfältig genug gewesen seien, das zu akzeptieren. Und der Frühsozialist Proudhon hat rundheraus erklärt, Eigentum sei Diebstahl.
William Scheuerman: Eigentumsbeschädigung als legitimer politischer Protest?
Von beschmierten Kunstwerken bis zum Brandanschlag aufs Stromnetz: William E. Scheuerman will die Rechtfertigung zivilen Ungehorsams auf das Gebiet des Eigentums ausweiten. Eine abenteuerliche Theorie.






