Das RAW-Gelände in Friedrichshain gehört zu den bekanntesten Kultur- und Ausgehorten Berlins. Clubs, Ateliers, Sportangebote, Märkte und soziokulturelle Projekte prägen das Areal seit Jahren. Zugleich ist das Gelände seit langem Gegenstand komplizierter Planungen: Es geht um Entwicklung, Baurecht, Wirtschaftlichkeit – und um die Frage, wie viel von der gewachsenen Kultur auf dem Gelände erhalten bleibt. Nun ist der Konflikt zwischen dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, dem Senat und der Kurth-Immobilien-Gruppe offen eskaliert.
„Die Stimmung ist seit Monaten angespannt, ja stellenweise eisig“, bestätigen Verantwortliche im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hinter vorgehaltener Hand. Gemeint sind die Verhandlungen zwischen dem Bezirk und der Kurth-Immobilien-Gruppe, die Eigentümerin des größten Teils des RAW-Geländes ist.
In einer Pressemitteilung teilt das Bezirksamt nun überraschend mit, dass der Eigentümer das Bebauungsplanverfahren einseitig für gescheitert erklärt habe. Gleichzeitig seien Räumungsaufforderungen ausgesprochen worden, „obwohl ein Verhandlungsangebot von Senat und Bezirk auf dem Tisch liegt“.
In einer gemeinsamen Erklärung von Senat, Bezirksamt, BVV-Fraktionen und Betreibern der Angebote im Soziokulturellen L (SKL) heißt es, man reagiere mit Unverständnis auf das Vorgehen der Kurth-Gruppe und fordere eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Andernfalls drohe die Zerschlagung eines der „wichtigsten Kulturstandorte Berlins“. Das Land Berlin werde erneut aktiv auf den Besitzer zugehen und zu einem Klärungsversuch einladen. Die Kurth-Gruppe sei nun gefordert.






