Die Linke hat aktuell 126.379 Mitglieder. Das geht aus der Mitgliederstatistik hervor, die die Partei am Mittwoch veröffentlichen wird und der F.A.Z. vorab exklusiv vorlag. Ende vergangenen Jahres waren es etwa 123.000 Mitglieder. Der Aufwärtstrend früherer Jahre setzte sich damit in den vergangenen Monaten fort, hat sich aber verlangsamt.In den Jahren 2024 und 2025 war es zu einem starken Anstieg der Mitgliederzahl gekommen: Nachdem Sahra Wagenknecht Ende 2023 die Partei verlassen hatte, besaßen nur noch 50.800 Menschen einen Mitgliedsausweis der Linken. Insbesondere in zeitlicher Nähe zur Bundestagswahl im Februar 2025 sind viele der Partei beigetreten; bis Herbst vergangenen Jahres hatte sich die Mitgliederzahl mehr als verdoppelt.Partei ist jünger und weiblicher gewordenDurch die damalige Eintrittswelle hat sich die Zusammensetzung der Partei verändert. Das Durchschnittsalter der Linken-Mitglieder ist mit knapp 39 Jahren niedriger als in anderen Parteien. Knapp 45 Prozent der Mitglieder sind Frauen. 2024 lag das Durchschnittsalter der Mitglieder noch bei 45 Jahren, der Frauenanteil bei 40 Prozent.Die Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner sagte der F.A.Z., die Linke sei „heute größer, jünger und weiblicher als je zuvor“. Das Wachstum sei aber auch „eine große Aufgabe“. Mit den neuen Mitgliedern will Schwerdtner in den kommenden Monaten verstärkt über die Zukunft der Partei diskutieren. Schulungsangebote sollen ausgebaut werden. 2027 will die Linke ein neues Grundsatzprogramm beschließen.Schwerdtner will am kommenden Wochenende auf dem Bundesparteitag der Linken in Potsdam als Bundesvorsitzende wiedergewählt werden. Als weiterer Vorsitzender kandidiert der Bundestagsabgeordnete Luigi Pantisano. Er soll auf Jan van Aken folgen, der aus gesundheitlichen Gründen aufhört.Wie setzt sich der Parteitag der Linken zusammen?Der Bundesparteitag der Linken besteht aus 580 Delegierten. Davon werden 500 von den Landesverbänden bestimmt, 30 von der Parteijugend und 50 von den Arbeitsgemeinschaften der Partei. Im Vergleich zu den Bundesparteitagen der vergangenen beiden Jahre haben sich die Kräfteverhältnisse zwischen den Landesverbänden verschoben. Die Verbände der ostdeutschen Flächenländer haben ausnahmslos Delegierte verloren. Von den 500 Verbandsdelegierten stammen nur noch 164 aus ostdeutschen Flächenländern.Die meisten westdeutschen Verbände und die Berliner Linke haben hingegen Delegierte hinzugewonnen. Grund dafür ist, dass sich der Mitgliederzuwachs regional unterschiedlich verteilt. In Westdeutschland treten mehr Menschen als im ländlichen Ostdeutschland ein.Auf dem Parteitag könnte sich das inhaltlich auswirken: So wird eine Zusammenarbeit mit der CDU von westdeutschen Mitgliedern oft kritischer bewertet als im Osten. Dem Parteitag liegen mehrere Anträge vor, die sich gegen Koalitionen mit der CDU wenden. Nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im September könnte die Linke auf solche Bündnisse angewiesen sein, um Mehrheiten gegen die AfD zu organisieren.
Die Linke: Mitgliederzahl wächst auf 126.379
Die größte Eintrittswelle ist vorbei, aber die Zahl der Linken-Mitglieder steigt weiter. Die Zusammensetzung der Partei hat sich stark verändert.







