Wenn man über den kleinen Platz am Ende der Wollzeile geht, wirkt erst einmal alles wie immer. Ein hoher Baum, davor ein Stück Rasen, das von Rosenbeeten umrahmt ist. Und mittendrin das Denkmal für eine der umstrittensten Wiener Persönlichkeiten: Karl Lueger, jenen christlich-sozialen Bürgermeister, der um 1900 mit Maßnahmen an der Infrastruktur dazu beitrug, dass Wien eine Metropole werden konnte. Der Nachwelt ist Lueger aber vor allem für seinen aggressiven Antisemitismus bekannt. Diesen setzte Lueger auf eine Art und Weise als Mittel der Politik ein, von der auch Adolf Hitler lernte. Hitler, der damals in Wien lebte, besuchte Luegers Auftritte und bezeichnete ihn in „Mein Kampf“ als „den gewaltigsten deutschen Bürgermeister aller Zeiten“.