Das Land Bremen startet zum Schuljahr 2026/27 ein Pilotprojekt zur digitalen Arbeitszeiterfassung von Lehrkräften. An neun Schulen in Bremen und Bremerhaven sollen Lehrkräfte ab August 2026 erstmals systematisch ihre gesamte Arbeitszeit dokumentieren – einschließlich bislang kaum sichtbarer Tätigkeiten wie Unterrichtsvorbereitung, Korrekturen, Elterngespräche und Pausenaufsichten. Bremen ist damit nach eigenen Angaben das erste Bundesland, das ein solches Vorhaben umsetzt.
Wie die Bremer Senatspressestelle mitteilte, nutzen die Projektschulen dafür die App „Untis Arbeitszeit“, die das Land gemeinsam mit dem Stundenplan-Anbieter Untis entwickelt hat. Die Lehrkräfte wählen darin aus vordefinierten Tätigkeitskategorien wie „Unterricht“, „unterrichtsnahe Tätigkeiten“, „pädagogische Kommunikation“ und „Arbeits- und Schulorganisation“ und geben die aufgewendete Zeit pro Aufgabenblock an. Die Eingabe erfolgt typischerweise einmal am Ende des Arbeitstages und muss nicht minutengenau sein – das soll den Dokumentationsaufwand möglichst gering halten.
Kinder- und Bildungssenator Mark Rackles begründet das Projekt damit, dass Lehrkräfte in Deutschland im internationalen Vergleich besonders viele nichtpädagogische Aufgaben übernähmen – von IT-Support über Verwaltung bis hin zu Aufsichten. Der Pilot solle „die reale Arbeitszeit und damit auch die reale Belastungsverteilung des pädagogischen Personals an Schulen sichtbar machen“.










