Augsburg : Nach Auftragsmord an dreifacher Mutter zu lebenslanger Haft verurteilt16.06.2026, 11:34Lesezeit: 2 Min.Eine 30 Jahre alte Frau wurde im Mai 2025 mit vier Kopfschüssen getötet – im Beisein von zwei ihrer Kinder. Nun sprach das Gericht den Ziehsohn ihres früheren Partners schuldig.Wegen eines Auftragsmords an einer dreifachen Mutter ist ein 30 Jahre alter Mann vom Landgericht Augsburg zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Die 30-jährige Frau war im Mai 2025 zu Hause mit vier Kopfschüssen getötet worden. Zwei der drei kleinen Kinder waren daheim und mussten das Verbrechen miterleben. Die erst acht Jahre alte Tochter rief verzweifelt die Oma an, als sie die Mutter blutüberströmt am Boden entdeckte.Die Strafkammer ging beim Urteil davon aus, dass der ehemalige Freund der Frau das Verbrechen veranlasst hat. Der 43 Jahre alte Ex-Partner habe die Pistole und Munition besorgt und dem Angeklagten 1000 Euro Belohnung für das Verbrechen versprochen, sagte der Vorsitzende Richter Michael Eberle. Der Angeklagte ist der Ziehsohn des 43-Jährigen aus einer früheren Beziehung.Die Frau hatte sich etwa einen Monat vor der Tat getrenntDie Richter stellten auch die besondere Schwere der Schuld fest. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, wäre somit eine Freilassung des Mannes nach 15 Jahren auf Bewährung erheblich erschwert. Mit dem Schuldspruch folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Anwälte des angeklagten Deutschen hatten einen Freispruch gefordert. Sie gehen davon aus, dass der Ex-Partner die Frau selbst erschossen hat.Zwei der drei Kinder der Frau stammen aus der Beziehung mit dem 43-Jährigen. Die Frau hatte sich etwa einen Monat vor dem Verbrechen von dem Mann getrennt. Daraufhin soll der Ex-Partner aus Eifersucht zunächst seinen Ziehsohn wie einen Detektiv auf die Frau angesetzt haben, dann soll es zu dem Mordplan gekommen sein. Hilfe bei Gewalt Sprechen Sie mit Menschen Wenn Sie psychischen Druck oder körperliche Gewalt durch Ihren Partner / Ihre Partnerin erfahren, kann es helfen, mit anderen Menschen darüber zu reden. Es gibt eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen Sie – auch anonym – über Ihre Situation sprechen können. Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“Frauen, die Gewalt erleben oder erlebt haben, können sich an das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ wenden. Unter der Nummer 116 016 ist rund um die Uhr und kostenlos ein Kontakt zu Beraterinnen möglich – vertraulich und anonym. Die Beratung kann per Telefon, Onlinechat oder E-Mail erfolgen. Auch Angehörige und Freunde gewaltbetroffener Personen sowie Fachkräfte erhalten Unterstützung beim Hilfetelefon. Die Beratung beim Hilfetelefon kann mithilfe von Dolmetscherinnen in 18 Fremdsprachen erfolgen. Das Angebot richtet sich auch an Menschen mit Behinderung oder Beeinträchtigung. Sie können Beratung in Leichter Sprache erhalten oder in Deutscher Gebärdensprache beraten werden. Eine Beratungsstelle findenEine Fachberatungsstelle ist für gewaltbetroffene Frauen sowie deren Angehörige und Freunde häufig die erste Anlaufstelle. Rund 200 Beratungsstellen und Notrufe sind im Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (BFF) organisiert. Dieser listet die Angebote auf seiner Website auf. Die Beratung ist kostenlos und anonym. Sie kann persönlich oder telefonisch erfolgen. Die Website des BFF informiert auf Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch und in Deutscher Gebärdensprache. Ein Frauenhaus findenIn Deutschland stehen gewaltbetroffenen Frauen und Kindern rund 400 Frauenhäuser sowie über 40 Schutz- oder Zufluchtswohnungen mit mehr als 6000 Plätzen zur Verfügung, heißt es auf der Website des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend. Der Verein Frauenhauskoordinierung e. V. bietet eine bundesweite Übersicht über freie Plätze in Frauenhäusern und Schutzwohnungen. Auch auf der Website der Zentralen Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser (ZIF) finden Gewaltbetroffene und ihr Umfeld die Kontaktdaten von Frauenhäusern. Hilfetelefon „Gewalt an Männern“Unter 0 800 1239900 können Sie sich an das bundesweite Männerhilfetelefon wenden. Dort werden Sie zu folgenden Sprechzeiten beraten: Montag bis Donnerstag von 8 bis 20 Uhr sowie Freitag von 8 bis 15 Uhr. Die Beratung kann anonym erfolgen. Auf der Website https://www.maennerhilfetelefon.de können Sie im Sofortchat eine Anfrage stellen (auch anonym). Dieser findet von Montag bis Donnerstag zwischen 12 und 15 Uhr sowie 17 bis 19 Uhr statt. Darüber hinaus können Sie jederzeit eine E-Mail senden an: beratung@maennerhilfetelefon.de Eine Schutzwohnung für Männer finden Männer, die sich vor Ort beraten lassen möchten oder eine Schutzwohnung suchen, können sich bei der Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz informieren. Auf der Website der Stelle sind Einrichtungen in ganz Deutschland aufgelistet. Das Gericht hatte mehr als vier Monate lang den Fall verhandelt. Im Laufe der etwa 20 Sitzungstage verdichteten sich die Hinweise, dass die Tat beauftragt worden sein könnte. „Wir haben jeden Stein mehrfach umgedreht“, sagte Eberle zu dem Verfahren.Der 43-Jährige, der zunächst noch als Zeuge in dem Prozess befragt wurde, wurde dann während des laufenden Prozesses wegen des Verdachts der Anstiftung zum Mord festgenommen. Er sitzt nun ebenso wie sein Ziehsohn in Untersuchungshaft. Sollte die Staatsanwaltschaft auch ihn anklagen, würde der Fall voraussichtlich in einem weiteren Prozess erneut verhandelt.