Düsseldorf. Wenn Sie den Handelsblatt-Newsletter Shift schon seit Längerem beziehen, wissen Sie: Wir liefern Ihnen Themen nach dem Motto „Nicht jammern, machen“. Anlässe zum Jammern gibt es genug, jüngst zum Beispiel eine Studie des Centre for European Reform (CER) mit dem Titel „China-Schock 2.0 – die Kosten der Selbstzufriedenheit Deutschlands“.Der in London ansässige Thinktank für EU-Politik bewertet in der Studie die Folgen der aggressiven chinesischen Wirtschaftspolitik für Deutschland: China erobere in atemberaubender Geschwindigkeit eine Schlüsselindustrie nach der anderen, zitiert mein Kollege Martin Greive die Autoren. Und die Bundesregierung sehe dem Niedergang einfach zu.Wer sich damit nicht abfinden will, findet im folgenden Interview mit Professorin Sabrina Weithmann von der Technischen Hochschule Aschaffenburg Inspiration. Sie erläutert, wie sich einschätzen lässt, in welcher Entwicklungsphase sich eine Technologie in einem Land wie China befindet – und welche Konsequenzen das für Unternehmen hat. Die Expertin für technische Normung empfiehlt, sich rechtzeitig damit auseinanderzusetzen.Weithmann hat drei Phasen der technischen Normung identifiziert, die den Innovationsgrad eines Landes anzeigen: In Phase eins übernimmt ein Land internationale Produktstandards – auch, um ausländisches Kapital anzuziehen.In Phase zwei sind dessen eigene Entwicklungsfähigkeiten bereits fortgeschritten: Gut ausgebildete Ingenieure treiben eigene Entwicklungen voran. In dieser Phase kann es vorkommen, dass ein Land bestimmte Normen für den heimischen Markt überarbeitet, anpasst oder sogar Produkte neu gestaltet.