Gerade einmal zehn Minuten braucht Tobias R. am Abend des 19. Februar 2020, um neun Menschen zu ermorden. Bewaffnet mit einer halbautomatischen Pistole vom Typ Glock 17 sowie einem kleineren Modell desselben Herstellers, macht er sich in seinem schwarzen BMW auf den Weg zum Heumarkt in Hanau. Er erschießt dort drei Männer, fährt etwa 2,4 Kilometer weiter zum Kurt-Schumacher-Platz, wo er weitere fünf Männer und eine Frau tötet. Anschließend fährt er nach Hause. Er erschießt seine Mutter, bevor er die Waffe gegen sich selbst richtet. Abgesehen von der Mutter hatten alle Opfer in dieser Nacht einen Migrationshintergrund. Der rassistische Attentäter von Hanau fiel durchs Raster. Seine Mordwaffen besaß er legal. Er war Sportschütze. Trainierte in Schützenvereinen in Frankfurt und München. Weder den Waffenbehörden noch seinen Vereinskollegen fiel R.s rechtsextreme und rassistische Gesinnung auf. Lange wurde deshalb über die mutmaßliche Gefahr diskutiert, die möglicherweise von Sportschützen ausgehe.
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