Zur Abwehr von Gleitbomben und anderen feindlichen Flugkörpern arbeitet Deutschlands größte Waffenschmiede Rheinmetall künftig eng mit einem südkoreanischen Rüstungsunternehmen zusammen. Man wolle ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Firma LIG Defence & Aerospace aus Yongin gründen und daran die Mehrheit halten, teilte Rheinmetall auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris mit.
Das Joint Venture soll Lenkflugkörper bauen, um damit etwa Gleitbomben recht kostengünstig zu zerstören: Ein solcher Flugkörper kostet einen Betrag im hohen fünfstelligen Euro-Bereich und damit weniger als größere Missiles, die mitunter mehr als eine Million Euro kosten und bislang eher notgedrungen zur Abwehr der Bomben genutzt werden.Die Anleger konnte die neue Kooperation zunächst nicht überzeugen. Die Rheinmetall-Aktie, die seit Monaten im Sinkflug ist, notierte zuletzt Verluste von mehr als 2 Prozent.
Gleitbomben entwickeln im Ukrainekrieg eine zerstörerische Wirkung. Russische Flugzeuge bringen sie an die Grenze oder an die Front, entkoppeln sie und lassen sie dann die letzte Strecke durch die Luft gleiten. Da sie keine Hitzesignatur haben, sind sie für die Flugabwehr schwer zu erkennen – Flugabwehrgeschütze eignen sich nicht. Nun sollen Lenkflugkörper entwickelt und gebaut werden, die diese Gefahr entschärfen und das Kosten-Nutzen-Verhältnis zumindest halbwegs in Einklang bringen können.











