Im Prozess am Landgericht Magdeburg gegen Taleb Al-Abdulmohsen, der wegen sechsfachen Mordes und versuchten Mordes in 338 Fällen angeklagt ist, rückt das Urteil näher. Als letzten Verhandlungstag hat der Vorsitzende Richter Dirk Sternberg den 26. Juni anberaumt. In den Medien überwiegt inzwischen das Bild eines Täters, dessen Motive unklar sind. Mal wird seine Herkunft genannt, mal seine Sympathie für die AfD. Dann wird wieder alles zugunsten einer persönlichen Kränkung im Streit mit einem Kölner Flüchtlingsverein weggewischt. Auf rechten Kanälen überwiegt das Bild eines „Verrückten“, der niemals hätte ins Land gelassen werden sollen, geschweige denn die Erlaubnis bekommen, selbst als Psychiater zu arbeiten.
Es bleibt abzuwarten, ob das Urteil Klartext sprechen wird und wie es sich in die Erinnerung an einen der größten Prozesse der Nachkriegsgeschichte in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus einschreiben wird.
Theaterpremiere
Premiere im Theater Magdeburg: Kunst nach dem Anschlag
Der Dissens um die jüngere Erinnerungskultur der Stadt Magdeburg, die viele Zerstörungen erlebt hat, lässt sich in mindestens zwei Lager einteilen: Da sind die Rechten und Rechtsextremen, die die Tat völkisch vereinnahmen und sie den Islamisten, dem Islam oder sämtlichen Ausländern in die Schuhe schieben wollen. Dies ist durch die AfD-Parteichefin Alice Weidel und auch den Neonazi-Kader Alexander Deptolla kurz nach dem Anschlag und entgegen jeder Faktenlage erfolgt.







