Das habe er noch nicht erlebt, sagte der neue S-Bahn-Chef. „Menschen auf dem Bahnsteig applaudieren einer S-Bahn“, wunderte sich Heiko Büttner, der zuletzt die S-Bahn in München leitete. Doch so war es: Berliner bereiteten den ersten Zügen der S15 zwischen Hauptbahnhof und Gesundbrunnen einen freundlichen Empfang. Am Montag um 12 Uhr ging die neue S-Bahn-Linie 26 Jahre nach dem Baustart in Betrieb.Selbst für Berliner Verhältnisse hat das Vorhaben, eine S-Bahn-Strecke vom Hauptbahnhof zum Nordring zu bauen, ziemlich viel Zeit in Anspruch genommen. Die ersten Vorleistungen nahm man im Jahr 2000 in Angriff. 2011 begann der Bau des S-Bahn-Tunnels, der unter der Invalidenstraße in Mitte in eine provisorische Endstation mündet.Doch der erste Abschnitt der neuen Nordsüd-S-Bahn ist nicht nur besonders, weil das Projekt schon so lange dauert. Oder weil die aktuell veranschlagten 800 Millionen Euro von früheren Kostenschätzungen noch weiter entfernt sind als anderswo. Einzigartig ist auch die neue Station unter der Invalidenstraße: Schließlich gibt es in Berlin keinen anderen S-Bahnhof mit einer Klanginstallation und Videoprojektionen.

S15 zum Gesundbrunnen: Das ist ihre Geschichte

Sanfte Klänge und explodierende Farben begrüßten am Montag die ersten Fahrgäste. Unter der Verteilerebene, auf dem S-Bahn-Steig, zündete Alexander Kaczmarek ein Feuerwerk. „Im Tunnel der S21 hält an Gleis 22 die S15“, ulkte der Konzernbevollmächtigte der Bahn. S21: So heißt das Projekt heute wieder, nachdem der Titel vorübergehend verschwunden war, weil er ans Pannenprojekt Stuttgart 21 erinnerte.