Jürgen HabermasWie ist eine Gesellschaft vernünftig organisierbar? Das ist eine Frage, die den Philosophen Jürgen Habermas umgetrieben hat. Eine Antwort war: durch öffentliche Verständigung freier und gleicher Menschen. Habermas hat diesen und viele andere Gedanken in seinem umfangreichen Opus hin- und hergeknetet – und das machte ihn zu einem der berühmtesten Denker des 20. Jahrhunderts. Im März starb der Suhrkamp-Veteran mit 96. Am Freitag würdigt ihn Deutschland in einer Gedenkstunde mit dem Bundespräsidenten in der Frankfurter Paulskirche. Frank-Walter Steinmeier hatte schon im März bewegende Worte für Habermas gefunden. Dieser habe Deutschland nach dem Holocaust neu mit Aufklärung, mit kritischem Bürgersinn und mit demokratischer Vernunft vertraut gemacht.Dagmar BerghoffWie oft eigentlich hat Dagmar Berghoff „ihren“ Damen und Herren einen guten Abend gewünscht? Auf jeden Fall las sie 23 Jahre lang den Deutschen mit rauchiger Klangnote die Nachrichten der ARD-Tagesschau vor. Als erste Frau saß Berghoff am 16. Juni 1976, also am Dienstag vor 50 Jahren, auf dem Sprecherstuhl des ARD-Nachrichtenflaggschiffs – ein Ereignis, das damals selbst noch eine Nachricht wert war. Ihren letzten Auftritt am 31. Dezember 1999 beendete sie mit den Worten: „Und damit tschüss von diesem Platz.“ Eine Ära war zu Ende, und wenige Stunden später brach ein neues Jahrtausend an.Lucky LukeWer reitet so lässig dem Sonnenuntergang entgegen? Natürlich Lucky Luke auf seinem treuen Pferd Jolly Jumper. Der einsame und wortkarge Westernheld, der den Colt schneller zieht als sein eigener Schatten, wird 2026 tatsächlich 80 – und wirkt doch so zeitlos wie eh und je. Auch im gerade erschienenen Sonderband „Die Grimm Brothers“ ist Lucky Luke ganz der Alte – Pardon: Junge. Am Montag stellen die deutschen Comicstars Flix und Reinhard Kleist in der Frankfurter Romanfabrik ihr Buch vor, und Luke-Fans dürfen sich auf eine Begegnung zwischen ihm und den Brüdern Grimm freuen. Auf so eine Idee muss man erst einmal kommen.Kevin WarshWarum muss man sich an den Namen des Chefs der amerikanischen Notenbank noch gewöhnen? Einfach deswegen, weil Kevin Warsh erst seit dem 22. Mai an der Spitze der Fed steht. Sein Vorgänger Jerome Powell hatte gut acht Jahre Zeit, sich in das Gedächtnis der Finanzmärkte zu brennen; Warshs Amtszeit läuft zunächst bis 2030. Er gilt als Trump-Mann, weil ihn der US-Präsident gegen den ungeliebten Powell ins Amt gehievt hat. Warsh versuchte jedoch im Vorfeld klarzustellen, die Zinsen nicht schon deswegen zu senken, weil Trump das wolle. Seinen ersten großen öffentlichen Auftritt absolviert der neue Fed-Chairman am Mittwoch in der Pressekonferenz nach dem Zinsentscheid des Offenmarktausschusses. Danach dürfte klarer sein, wie er wirklich tickt.Emmanuel MacronWann bekommen die Europäer Donald Trump wieder persönlich zu sehen? Schon sehr bald. Kaum sind die Querelen von Davos verklungen, stattet der US-Präsident dem von ihm so oft gescholtenen Kontinent abermals eine Visite ab. Einen Tag nach seinem 80. Geburtstag, den er mit einer Kampfsportveranstaltung im Weißen Haus feiern will, reist er zum G-7-Gipfel nach Évian. Besonders interessant wird sein, wie Trump dort Frankreichs Präsident Emmanuel Macron begegnet, dem offiziellen Gastgeber des Treffens. Aus ihrer einst halbwegs freundlichen Beziehung ist längst eine angespannte geworden. Auch der Blick auf den Genfer See dürfte daran wenig ändern.
Habermas und Kevin Warsh: Fünf Köpfe, auf die Sie diese Woche achten sollten
Von Philosoph Jürgen Habermas bis Fed-Chef Kevin Warsh: Wer von Montag bis Sonntag eine Rolle spielt – und warum.






