Für viele junge Tech-Unternehmen bleibt die Finanzierung der zentrale Engpass: 48 Prozent der deutschen Start-ups planen in diesem Jahr eine Kapitalaufnahme und wollen im Schnitt rund vier Millionen Euro einwerben. Die Unzufriedenheit mit dem hiesigen Venture-Capital-Angebot ist groß – nur 17 Prozent halten es laut Bitkom Research für ausreichend –, sodass inzwischen rund jedes vierte Start-up erwägt, Deutschland wegen fehlender Finanzierung zu verlassen.Sollte die Finanzierung zunächst zustande kommen, droht später noch das „Tal des Todes“, wenn es nicht gelingt, deutlich größere Finanzierungsrunden zu organisieren. Deutsche und europäische Kapitalgeber sind hier selten, und die Angelsachsen verbinden die Mittelgabe mit der Verlagerung von Unternehmen, auch weil sich in den USA bei einem Verkauf oder Börsengang höhere Bewertungen realisieren lassen. Handelsblatt Wirtschaftsforum Monika Schnitzer, Veronika Grimm, Clemens Fuest, Jens Südekum, Dominika Langenmayr, Michael Hüther, Daniel Stelter, Lars Feld und Bert Rürup.Dabei ist es nicht so, dass es hierzulande kein Kapital gäbe. Deutsche Versicherer, Pensionskassen und Stiftungen verwalten zusammen rund 2,8 Billionen Euro. Davon fließen pro Jahr 400 Millionen Euro in europäische Venture- und Growth-Fonds – 0,1 Prozent. Bei einer Allokationsquote von zwei Prozent, wie sie US-Pensionsfonds halten, stünden jährlich rund 14 Milliarden Euro für deutsche Wachstumsunternehmen bereit. Mehr Geld für junge Unternehmen wäre nicht nur verfügbar, sondern würde sich auch für die Kunden lohnen, erzielen doch deutsche Pensionsfonds laut OECD eine reale Fünf-Jahres-Rendite von minus 0,6 Prozent bei einer Aktienquote von sieben Prozent.
Beyond the obvious: Deutschen Start-ups droht immer noch das „Tal des Todes“
Geld ist da. Deutsche Versicherer, Pensionskassen und Stiftungen verwalten zusammen rund 2,8 Billionen Euro. Die Politik muss nur drei Bremsen lösen, damit das Geld fließt. Ein Gastbeitrag.






