PfadnavigationHomePolitikAuslandUFC-Event vor Weißem Haus„Michelle Obama ist ein Mann, habe ich recht?“, ruft der Käfigkämpfer und legt Trump eine Kette umStand: 10:29 UhrLesedauer: 3 MinutenZum 80. Geburtstag von Donald Trump wurde nahe dem Weißen Haus ein spektakuläres UFC-Event veranstaltet. Mit Käfigkämpfen, Kampfjets über der Arena und Tausenden Zuschauern setzte Trump erneut auf eine Inszenierung von Stärke und Härte – und sprach damit gezielt junge Wähler an.Käfigkämpfe vor dem Weißen Haus, zwölf Kampfjets am Himmel und ein Iran-Deal als „Geburtstagsgeschenk“: Donald Trump begeht seinen 80. Geburtstag mit einer großen Inszenierung.Er hatte die „großartigste Show der Welt“ versprochen: US-Präsident Donald Trump hat am Sonntagabend wie angekündigt seinen 80. Geburtstag mit einem Käfigkampf-Spektakel vor dem Weißen Haus gefeiert. Bereits der Auftakt der Veranstaltung geriet zur Machtdemonstration: Trump reckte die rechte Faust in die Höhe, als er mit dem befreundeten Präsidenten des Kampfsportverbands UFC, Dana White, die eigens errichtete Freiluftarena am Weißen Haus betrat. Lesen Sie auchAuf dem Weg dorthin hatte Trump vom Balkon salutiert, während Sänger die Nationalhymne anstimmten und zwölf Kampfjets über das Weiße Haus donnerten. Die geladenen Gäste – unter ihnen viele Militärangehörige und Regierungsmitglieder – skandierten „USA, USA“, wie bei Trumps Wahlkampfveranstaltungen und politischen Kundgebungen.Den siegreichen Kämpfern gratulierte Trump mit Handschlag. Die Sportler dankten ihm mit Schmeicheleien: Profikämpfer Bo Nickal sagte, für eine solche Veranstaltung vor dem Weißen Haus brauche es „einen ganz besonderen Menschen mit einer Menge Eier. Ich habe so viel Respekt vor Trump!“.„Michelle Obama ist ein Mann, habe ich nicht recht, Amerika?“Andere gossen Spott und Hass über Trumps Widersacher von der Demokratischen Partei aus. „Michelle Obama ist ein Mann, habe ich nicht recht, Amerika?“, rief der tätowierte Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Josh Hokit, der sich eine US-Flagge als Schweißtuch um den Kopf gebunden hatte. Anschließend ging er zu Trump hinüber und legte dem Präsidenten eine seiner Kampf-Trophäen – in Form einer Kette – um den Hals.Kritiker hatten Trump zuvor vorgeworfen, das Weiße Haus mit der Veranstaltung zu entwürdigen und das Land weiter zu spalten. Die Antikorruptionsorganisation Public Integrity Project hatte sogar versucht, den Käfigkampf kurzfristig mit einer Klage zu stoppen, diese wurde jedoch abgewiesen. Die Organisation warf Trump unter anderem vor, er bereichere sich persönlich mit Sponsorenverträgen. Der Präsident hatte für die Käfigkämpfe auf dem Südrasen des Weißen Hauses eigens eine Bühne namens „The Claw“ (Die Klaue) errichten lassen. Ihre Überdachung in den Farben der US-Flagge überragte den Präsidentensitz, Scheinwerfer strahlten den Himmel an. Das Weiße Haus flutete derweil das Internet mit Bildern und Videos des Präsidenten und sprach von einer „legendären Nacht“. Die US-Protestbewegung No Kings (Keine Könige) wirft dem Präsidenten schon seit seinem erneuten Amtsantritt vor rund anderthalb Jahren autoritäres Gebaren vor. Sie hatte zu Trumps Geburtstag zu neuen Protesten aufgerufen. Davon war allerdings kaum etwas zu hören und zu sehen, Trump schaffte es, die Schlagzeilen in den US-Medien zu dominieren. Lesen Sie auchKurz vor den Schaukämpfen hatte der US-Präsident einen seit Wochen angekündigten „Deal“ mit dem Iran verkündet, der den von Trump befohlenen Krieg und den dadurch ausgelösten Ölpreisschock beenden soll. „Dieses großartige Abkommen wird Frieden und Sicherheit in die gesamte Region bringen“, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. „Viele Präsidenten haben versucht, Frieden mit dem Iran zu schließen, und alle vor mir sind gescheitert.“Lesen Sie auchDie „Trump-Show“ dürfte am heutigen Montag in Frankreich weitergehen. Unmittelbar nach seinem Geburtstag wird der US-Präsident in Evian erwartet. Dort trifft er die anderen G-7-Partner, unter ihnen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).AFP/krott