PfadnavigationHomeReiseArtikeltyp:MeinungUrlaubstrendWo hört Tierliebe auf, wo fängt Stress an?Von Kira HanserVerantwortliche Redakteurin im Ressort Stil, Leben und ReiseStand: 07:53 UhrLesedauer: 3 MinutenDie Achterbahn im Blick: die neue „Speed Dog Arena“ im Freizeitpark „Fort Fun Abenteuerland“ im Sauerland Quelle: fortfun.deIm Sauerland hat der erste Hundespielplatz in einem deutschen Freizeitpark eröffnet: Für fünf Euro Eintritt haben die Tiere neben der Achterbahn ihren eigenen Spaßbereich mit Wippen und Klettergerüsten. Doch wie sinnvoll sind Hunde in Vergnügungsparks?Wau! Der Hund als zahlender Gast im Freizeitpark. In den meisten deutschen Freizeitparks wird mehr denn je gebellt, geschnüffelt und das Bein gehoben. Auch dort, zwischen Achterbahnen und Wasserrutschen, ist der gesellschaftliche Trend angekommen, der als „Pet Humanization“ bezeichnet wird. Hunde werden nicht mehr wie Haustiere betrachtet, sondern als Familienmitglieder vermenschlicht. Die Tiere sollen auch unterwegs überall mit dabei sein dürfen. So sehen das jedenfalls 89 Prozent aller Hundehalter laut einer Umfrage des Magazins „Pet“. Das erklärt auch die Erwartung, dass Hotels, Restaurants, Urlaubsorte und eben auch Freizeitparks noch hundefreundlicher werden.Viele Freizeitparks hierzulande haben darauf reagiert, ohne gleich die anderen Besucher zu vergraulen. Mit strategisch platzierten Wassernäpfen, Kotbeuteln und möglichst abseits gelegenen Pipiwiesen wird versucht, Hunde in Randbereiche zu lenken. Was aber nur leidlich funktioniert: Denn deren Besitzer wollen ja mitten im Getümmel die Fahrgeschäfte nutzen und nicht Gassi gehen.Lesen Sie auchDas macht sich bemerkbar. Erstaunlich viele Hunde entdeckt man zwischen Fahrgeschäften und Restaurants, etwa neulich in Karls Erlebnis-Dorf in Rövershagen bei Rostock. Kein Wunder: Hier heißt es ausdrücklich auf der Website: „Egal ob Dobermann, Bulldogge, Pudel oder Zwergspitz – bei Karls ist jeder Hund, ganz gleich welcher Rasse, herzlich willkommen“. Das muss man mögen.Die Tiere werden von ihren Besitzern an der kurzen, straffen Leine durch die Menschenmassen geschoben. Eine Besucherin steckt ihren Chihuahua lieber in einen Buggy, der die Menge teilt. Andere hundelose Besucher laufen Zickzack um die Tiere, versuchen auszuweichen oder ihre Enkelkinder davon abzuhalten, ständig „Oh-wie-süß“-Hunde streicheln zu wollen. Lesen Sie auchFreilich mag es nicht jeder Vorbeilaufende, wenn eine Hundeschnauze in die Kniekehle stupst oder die Bratwurstsemmel im Scheinangriff wegschnappen will. Manche Parks verweisen Hundehalter deshalb auf nahe Tierpensionen mit Abholservice (etwa am Europa-Park bei Freiburg) oder geben zu bedenken, dass die Mitnahme von Hunden zwar erlaubt, aber nicht empfehlenswert sei (etwa im Hansa-Park in Sierksdorf in Schleswig-Holstein).Lesen Sie auchDa fragt man sich als Besucherin: Wie sinnvoll sind überhaupt Dauerbeschallung, Gedränge, Gerüche, Reizüberflutung und heißer Asphalt für die Tiere? Hat der Hund einen erkennbaren Nutzen davon – oder wird er nur mitgenommen, weil der Mensch ihn dabeihaben möchte? Auf eine Grundsatzdebatte lässt man sich da mit Hundehaltern lieber nicht ein.Schon gar nicht, wenn man selbst Hundehalterin ist, der es nie im Traum einfallen würde, das Haustier in einen Freizeitpark, auf Märkte oder Stadtfeste oder in Zoos mitzunehmen. Denn das ist auch eine Frage der Verantwortung und Rücksichtnahme. Es gibt ja auch Menschen, die vielleicht Angst vor Hunden haben. Jetzt aber hat ein erster deutscher Freizeitpark eine spannende Lösung gefunden, die vielen Besuchern (und Hunden) gefallen dürfte: Das Fort Fun Abenteuerland in Bestwig-Wasserfall im Sauerland hat Anfang Mai sozusagen den ersten Freizeitpark für Hunde in einem Freizeitpark eröffnet. Die neue „Speed Dog Arena“, eine 730 Quadratmeter große Anlage mit Wippen, Hürden, Slalom-Parcours, Spieltunnel und Kletterwänden, unterteilt für kleine und große Hunde und praktischerweise in Sichtnähe der Achterbahn. Angedacht ist auch ein Hunde-Pool. Nach Parkangaben ist die Anlage die erste ihrer Art in einem deutschen Freizeitpark – ganz nach dem Vorbild der in den USA trendigen „Dog Country Clubs“ und „Dog Bars“, wo Hunde toben, während deren Halter feiern können.Und wie es sich für vollwertige Familienmitglieder gehört, zahlen Hunde auch einen regulären Eintritt für den Freizeitpark im Sauerland: fünf Euro, ein Leckerli gibt es obendrauf.
Freizeitpark mit Hund – Wo hört Tierliebe auf, wo fängt Stress an? - WELT
Im Sauerland hat der erste Hundespielplatz in einem deutschen Freizeitpark eröffnet: Für fünf Euro Eintritt haben die Tiere neben der Achterbahn ihren eigenen Spaßbereich mit Wippen und Klettergerüsten. Doch wie sinnvoll sind Hunde in Vergnügungsparks?
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