2025 ist ein Jahr der literarischen Feierlichkeiten: Vor 300 Jahren erblickte Casanova das Licht der Welt, Regency-Fans feiern den 250. Geburtstag der großen britischen Romantikerin Jane Austen, und vor 150 Jahren wurden Rainer Maria Rilke und Thomas Mann geboren. Anlässe genug, um sich wieder öfter in die Bibliothek zurückzuziehen.
Und vielleicht kann das Literaturjahr 2025 ja auch als Inspiration dienen, den einen oder anderen Geistesblitz selbst festzuhalten – und zwar handschriftlich. Das menschliche Gehirn kann Gedanken besser entwickeln und Informationen schneller verarbeiten, wenn sie eben nicht nur schnell ins Handy getippt, sondern mit Stift und Papier notiert wurden. Das zeigen aktuelle Studien, etwa von der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie, ziemlich eindeutig.
Es scheint also nur konsequent, dass die Handschrift als Kulturpraxis wieder an Bedeutung gewinnt: „Journaling“, also Tagebuchschreiben für New-Work-Enthusiasten, hat sich längst als Go-to-Verarbeitungstool für alltägliche Aufregungen etabliert („Personalabteilung zwingt mich zu Teambuilding-Tag, whyyy?“). Mit der guten alten Stift-und-Zettel-Kombi werden wichtige Erkenntnisse aus Meetings tatsächlich „mitgenommen“ und verschwinden nicht im digitalen Orkus auf einem Miro-Board oder Lucidchart. Handgeschriebene Briefe sollen schon private wie geschäftliche Beziehungen gerettet haben – eine mit Füller geschriebene Entschuldigung ist eben noch immer etwas anderes als ein schnelles WhatsApp-„Sorry“.






