Als Curaçao den wundersamen Ausgleich schoss, spukten die Geister von Moskau und Doha durch Houston. Joshua Kimmich blickte zu Boden. Nico Schlotterbeck holte tief Luft. Manuel Neuer ließ sogar den Reklamierarm hängen. Diese 21. Minute verursachte ein Déjà-vu bei den deutschen Fußballern. Und es dauerte nicht lange, da stürmte der Underdog von der Karibikinsel schon wieder Richtung deutsches Tor.

Etwa fünf Minuten war Deutschland verwundbar, fünf Minuten regierte die Angst. Julian Nagelsmann sollte nach dem Abpfiff gestehen, dass seine Mannschaft in dieser Phase die letzten beiden WM-Turniere im Kopf gehabt haben könnte. 2018 und 2022 hatte sie jeweils ihr erstes Spiel gegen Außenseiter verloren. Vielleicht war es auch kein Geständnis, denn für diese Niederlagen waren seine Vorgänger verantwortlich, aus seiner Sicht handelt es sich also eher um Altlasten.