Die USA töten den Chef der Tren-de-Aragua-Gang in VenezuelaDonald Trump macht Ernst mit seiner Drohung, Drogenkriminelle auch auf dem Territorium souveräner Staaten zu eliminieren.14.06.2026, 17.18 Uhr3 LeseminutenUS-Präsident Trump postete ein Video auf Truth Social, das den Angriff zeigen soll.Via Truth SocialOptimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Das amerikanische Militär hat den Anführer der venezolanischen Drogenbande Tren de Aragua, Niño Guerrero, getötet. Dies erklärte Präsident Donald Trump am Freitag auf seiner Plattform Truth Social. In seinem Post zeigte Trump ein Video, auf dem der Einschlag eines Projektils in ein Haus zu sehen ist. Wo genau und wann die Attacke stattfand, ist bis jetzt unklar. Allerdings scheint es sich um einen Angriff auf venezolanischem Territorium gehandelt zu haben.«Diese Aktion wurde in enger Abstimmung mit unseren Freunden in Venezuela durchgeführt, mit denen wir sehr gut zusammenarbeiten», erklärte Trump in dem Post. «Die Terroristen von Tren de Aragua haben weder in Venezuela noch anderswo einen sicheren Zufluchtsort. Unter meiner Führung werden wir diese skrupellosen Mörder und Drogenbosse jederzeit und überall aufspüren und sie dorthin zurückschicken, wo sie hingehören: in die tiefste Hölle.»Auch die venezolanische Regierung bestätigte die Tötung von «Héctor Rusthenford Guerrero Flores alias Niño Guerrero». Es sei zu Gefechten mit Kriminellen gekommen, in deren Verlauf der Anführer der Gang Tren de Aragua getötet worden sei.Nachdem die USA Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro am 3. Januar in der Hauptstadt Caracas ergriffen und in den USA wegen Drogenhandels vor Gericht gestellt haben, kooperiert das einst sozialistische Venezuela mit den USA vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet. Nun scheint es auch eine Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Drogenhandels zu geben.Überschwemmung der USA mit DrogenDie USA machen Tren de Aragua für den massiven Zustrom von Drogen aus Lateinamerika verantwortlich. Donald Trump hatte die Gang kurz nach seiner Rückkehr ins Weisse Haus zu Beginn des vergangenen Jahres als Terrorgruppe eingestuft, zusammen mit weiteren Drogenbanden aus Mexiko und Zentralamerika. Seit dem Sommer des vergangenen Jahres attackiert das US-Militär zudem Drogenboote, mit denen Kriminelle Drogen in die USA transportieren. In bisher über sechzig Attacken auf Boote in der Karibik und dem östlichen Pazifik sollen über zweihundert Personen getötet worden sein.Mit der Attacke auf den Drogenboss Guerrero erreicht der Einsatz des US-Militärs unter Donald Trump nun eine neue Dimension. Es wäre der erste direkte Angriff der USA in dem südamerikanischen Land seit der gewaltsamen Ergreifung Maduros. Damit stellt Trump klar, dass auch Angriffe auf dem Territorium souveräner Staaten zu seinem Repertoire gehören.Héctor Rusthenford Guerrero FloresPDSolche Attacken hatte Trump bereits mit Blick auf mexikanische Kartelle angedroht. Es sei denkbar, Drogenlabore und auch Kartellbosse auf mexikanischem Territorium anzugreifen, hatte Trump mehrmals erklärt. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hat diese Drohungen mehrfach verurteilt. Sie sei gegen die Einmischung der USA in innermexikanische Angelegenheiten.Nach Gerüchten, dass amerikanische Agenten Mitte April an der Zerstörung von Drogenlaboren in Nordmexiko beteiligt gewesen sein sollen, ordnete Sheinbaum Ermittlungen an. Allerdings hatte das mexikanische Militär Ende Februar den Drogenboss «El Mencho» unter Mithilfe des US-Militärs getötet. Dieses soll Überwachungsdaten geliefert haben, aufgrund deren die Mexikaner den Anführer des wegen seiner extremen Gewalt berüchtigten Jalisco-Kartells lokalisieren und töten konnten.In einem Hochsicherheitsgefängnis entstandene BandeDer nun getötete Drogenboss Guerrero war im Dezember 2025 in den USA in Abwesenheit angeklagt worden. Auf seine Ergreifung war ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar ausgesetzt worden. Der 42-Jährige machte die in einem venezolanischen Hochsicherheitsgefängnis gegründete Bande zu einer der gefährlichsten ganz Lateinamerikas.Im Zuge der massenhaften Flucht von Millionen Menschen, die Venezuela wegen der wirtschaftlichen Misere und staatlicher Gewalt verliessen, breitete sich die Bande über fast ganz Lateinamerika bis in die USA aus. Neben dem Drogenhandel gehören auch Prostitution, Erpressung und Menschenhandel zu ihren Aktivitäten.Passend zum Artikel
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