Aliko Dangote verfügt laut Bloomberg Billionaires Index über ein Privatvermögen von rund 35 Milliarden Dollar. Im April wählte ihn das Time Magazine unter die 100 einflussreichsten Menschen des Jahres 2026. Das war nicht nur eine Ehrung, sondern ein Signal. Die Auszeichnung kommt zu einer Zeit, in der Dangotes Raffinerie in Lekki bei Lagos gerade Geschichte schreibt, denn zum ersten Mal seit Jahrzehnten ist Nigeria kein Netto-Importeur von Kraftstoffen mehr, sondern ein Exporteur. Für Europa, das dringend nach stabilen Energiepartnern sucht, kommt dieser Wandel zur rechten Zeit.

Die Dangote-Raffinerie in Lekki ist kein gewöhnliches Industrieprojekt. Mit einer Kapazität von 650.000 Barrel Rohöl pro Tag gehört sie zu den größten Raffinerien weltweit. Die Anlage produziert Benzin, Diesel, Kerosin und Petrochemikalien für den westafrikanischen Markt und darüber hinaus.

Nigerias Öl und Gas gelangt dabei über die Exportterminals am Golf von Guinea auf dem Atlantikweg nach Europa, ohne die verwundbaren Meereskorridore des Nahen Ostens zu passieren. Seit dem Ausbruch des Konflikts Ende Februar 2026 ist der Verkehr durch die Straße von Hormus zum Erliegen gekommen. Daraufhin schossen die Ölpreise in die Höhe. Nigeria liefert derweil weiter vom Bonny-Island-Terminal in Rivers State, das seit 1999 LNG nach Europa exportiert.