Im aktuellen Fünfjahresplan hat die chinesische Führung ein Ziel formuliert, das auf den ersten Blick weniger spektakulär erscheint als Halbleiterautarkie oder militärische Modernisierung, strategisch aber kaum weniger gewichtig ist: Chinesische Marken, Produkte und kulturelle Angebote sollen im Ausland an Wert und Nachfrage gewinnen. Soft Power wird zur Staatsaufgabe.

Wie sich Chinas Führung das, zumindest in Ansätzen, vorstellt, wurde auf dem 5. Forum der China Media Group (CMG) in Chongqing deutlich. Bei der Veranstaltung unter dem Motto „Upholding and Reshaping: The Media’s Mission in the Intelligent Era“ („Erhalten und Umgestalten: Die Aufgabe der Medien in der Ära der Intelligenz“) trafen sich am 9. und 10. Juni Medienvertreter und Vertreter internationaler Organisationen, vom Präsidenten der Nachrichtenagentur Reuters, über den Rektor der Universität der Vereinten Nationen bis hin zum Gründer des Roboterherstellers Unitree in der größten Stadt der Welt.

Eine Art Eurovision Contest der Seidenstraße

Die Eingangskeynote hielt Li Shulei, Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas und Leiter der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit des Zentralkomitees. Die globale Reichweite der chinesischen Gastgeber unterstrichen Video-Grußbotschaften der Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) Kirsty Coventry und vom Chef der Unesco, Khaled El-Enany.