Singles sind zunehmend genervt von Dating-Apps, sie sehnen sich nach echten Begegnungen. Und probieren neue Formen des Kennenlernens aus.
R eka sitzt auf einer Couch und trägt einen schwarzen Kimono. Neben ihr lehnt ein Mann mit geschlossenen Augen. Sie bewegt einen Massageroller über seine nackte Haut, obwohl sie sich bis vor zwei Stunden noch nicht kannten. Jetzt wirkt es vertraut zwischen den beiden, aber auch zwischen den anderen rund 40 Frauen und Männern in dem Berliner Loft nahe dem Treptower Park. Vor der Massage haben sie zusammen eine imaginäre Traumreise gemacht und sich bei Gruppenübungen besser kennengelernt. Wenn alles nach Plan verläuft, wird sie später vielleicht noch knutschen.
Reka ist 35 und eine von vielen Singles in Berlin. Die genaue Zahl ist nicht bekannt, einer Online-Befragung von 2024 zufolge ist deutschlandweit knapp jede*r Dritte zwischen 18 und 69 alleinstehend. Einige davon bezeichnen sich als überzeugte Singles. Oder einfach mal Polyamorie ausprobieren? Freundschaft Plus? Einen KI-Chatbot? Eine Zeit lang vielleicht, aber dann sehnen sich viele eben doch wieder nach Zweisamkeit. Die Dating-Apps versprachen lange ein Ausweg zu sein, doch derzeit ist häufig von einer „Datingkrise“ die Rede, die die Apps mitverursacht haben könnten. Ein anderer Punkt: Die Manosphere und ihre frauenfeindlichen Einstellungen, manche Frauen wollen deshalb auch keinen Mann mehr an ihrer Seite.







