Der Hund gilt als der beste Freund des Menschen. Auch für Mike Peters, einen 49-jährigen Stabsfeldwebel der Bundeswehr aus Neubrandenburg, soll der vierbeinige Begleiter weit mehr als ein Haustier werden - er ist der letzte Strohhalm auf dem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Mike leidet an einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).
Zwischen 2001 und 2019 war er ununterbrochen an den Auslandseinsätzen der Bundeswehr im Kosovo und in Afghanistan beteiligt. Bedrohliche Hinterhalte, fliegende Molotowcocktails und die brutalen Eindrücke des Krieges brannten sich tief in seine Psyche ein; Bilder, die kein Mensch leicht verarbeiten kann. Dabei war die Entwicklung des Traumas ein schleichender Prozess. „Er hat das über die Jahre versucht zu verstecken“, erinnert sich seine Ehefrau Anja Peters. Als erfahrene Krankenschwester in einer Psychiatrie sah sie schon früh die Vorboten des Zusammenbruchs: „Ich habe schon vermutet, was da auf ihn zukommt.“
Neben den seelischen Narben wurde bei Mike eine Fibromyalgie (FMS) diagnostiziert. Diese chronische Schmerzerkrankung quält den Soldaten mit Muskel- und Gelenkschmerzen, Erschöpfung sowie Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Wie brutal die PTBS Mikes Alltag im Jahr 2026 beherrscht, zeigt sich an vermeintlich banalen Situationen. Ein überfüllter Bäckerladen wird für den Stabsfeldwebel zu einem unüberwindbaren Hindernis. Weil er in der Menschenmenge keinen Fluchtweg sieht, meidet er viele Orte. „Plätze mit Menschen schrecken ihn ab. Erst neulich kam er wieder ohne den Einkauf nach Hause zurück“, schildert seine Frau die Isolation, in der ihr Mann sich befindet.









