Was hat der Mann hier mitgemacht in all den Jahrzehnten. Haupttribüne, Reihe 2, Platz 7, beste Sicht aufs Spielfeld und dieses zusammengestückelte Stadion, das fast noch genauso aussieht wie damals vor 60 Jahren. Auch unten die Mannschaftskabine rechts vom Eingang: Taktiktafel, Neonlicht, Garderobenständer, sonst nichts. Hier haben sie sich damals bereit gemacht fürs entscheidende Spiel gegen den Hamburger SV. 1:1 stand es am Ende, Sechzig war Deutscher Fußballmeister 1966. „Die schönste Zeit in meinem Leben“, schwärmt Fredi Heiß. Und das soll was heißen, denn der einstige Außenstürmer des TSV 1860 ist mittlerweile 85 Jahre alt und kann auf eine Karriere als erfolgreicher Unternehmer zurückblicken. Doch jedes Mal, wenn er draußen am Stadion vorbeifährt, überkommen ihn die Erinnerungen an den Moment des Triumphs. Drinnen hingegen legt sich die Tristesse der Gegenwart aufs Gemüt: „Manchmal ist es sehr schwierig, da zu sitzen.“
Giesinger Schicksalstage: Wie geht es weiter beim TSV 1860 München?
Die Sechziger haben nach dem Zwangsabstieg weder Geld noch eine Mannschaft. Vieles steht auf der Kippe, aber vieles ist plötzlich denkbar. Wo das hinführt?









