Spiele in der Nacht und Vuvuzela-Verbot: die acht wichtigsten Fragen und Antworten zum Public Viewing an der Fussball-WMGemeinsam unter freiem Himmel Fussball zu schauen, hat seinen ganz eigenen Zauber. Da die WM dieses Jahr aber in den USA, Kanada und Mexiko stattfindet, beginnen viele Spiele hierzulande erst spät. Was bedeutet das für das Public Viewing?12.06.2026, 15.45 Uhr4 LeseminutenGemeinsam jubelt es sich besser: Fussballfans schauen am 11. Juni das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika.Sabine Gudath / ImagoEs waren Bilder, die um die Welt gingen: Als 2006 die Fussball-WM in Deutschland stattfand, feierten Hunderttausende von Fans ausgelassen auf der Strasse des 17. Juni in Berlin. Public Viewing, das Fussballschauen unter freiem Himmel, wurde zum Symbol eines neuen, leichten Gemeinschaftsgefühls.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Dieses Jahr sind die Voraussetzungen für solche Szenen allerdings anders. Wegen der Zeitverschiebung zur WM in den USA, Kanada und Mexiko werden viele Spiele hierzulande erst in der Nacht angepfiffen.InhaltsverzeichnisIst Public Viewing bei den späten Spielen erlaubt?Wie viele Spiele finden überhaupt zu gottlosen Uhrzeiten statt?Welche Regeln gelten vor Ort?Wird es wieder grosse Fanmeilen geben?Wo kann man denn gemeinsam Fussball schauen?Ist Public Viewing bei den späten Spielen erlaubt?Eigentlich herrscht zwischen 22 und 6 Uhr Nachtruhe. Für die WM haben die Bundesregierung und der Bundesrat aber beschlossen, die Regeln zum Lärmschutz zu lockern. Städte und Gemeinden können Public-Viewing-Veranstaltungen damit auch in der Nacht erlauben. «Unser Ziel ist ein fairer Ausgleich zwischen Fussballfest und Lärmschutz», sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider.Wie viele Spiele finden überhaupt zu gottlosen Uhrzeiten statt?Tatsächlich sehr viele. Fast zwei Drittel aller Partien werden später als 21 Uhr deutscher Zeit angepfiffen. Doch immerhin 19 Spiele beginnen genau um 21 Uhr, unter ihnen beide Halbfinals und der Final. Zehn Partien werden um 22 Uhr angepfiffen. Andere finden zu Gruselzeiten wie um 3 Uhr morgens statt – also nach deutscher Zeit.Insgesamt finden an der diesjährigen Fussball-WM, der grössten aller Zeiten, 104 Partien statt. Weil die Spielorte über vier Zeitzonen verteilt sind, gibt es 17 verschiedene Anstosszeiten – auch eine Seltenheit.Welche Regeln gelten vor Ort?Das ist unterschiedlich. Fussballfans sollten sich am besten auf den Websites der Städte oder Kommunen oder bei den jeweiligen Kneipen und Biergärten informieren.In Berlin dürfen alle Spiele mit deutscher Beteiligung und der Final im Freien zu jeder Zeit gezeigt werden. Für die restlichen Partien gibt es Regeln, die sich je nach Wochentag, Anstosszeit und Bedeutung des Spiels unterscheiden.Anders hält man es in Köln. Dort dürfen nur jene Spiele, die spätestens bis 22 Uhr angepfiffen werden, in voller Länge draussen gezeigt werden. Spiele, die hierzulande nachts stattfinden, kann man damit nicht unter freiem Himmel anschauen, auch nicht jene in der K.-o.-Runde. In München dürfen die WM-Duelle im Aussenbereich von Gaststätten bis 1 Uhr nachts und dann wieder morgens ab 6 Uhr gezeigt werden.Wird es wieder grosse Fanmeilen geben?Danach sieht es im Moment nicht aus. Für den Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin habe kein privater Betreiber einen Antrag für eine Fanmeile gestellt, teilte die dortige Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt mit.Bei früheren Weltmeisterschaften war auch das Heiligengeistfeld in Hamburg ein beliebter Treffpunkt. Bis zu 50 000 Fans verfolgten da gemeinsam die Spiele. Doch auch dort fällt dieses Jahr das Public Viewing aus. Der Veranstalter Uwe Bergmann begründete dies mit den hohen Kosten für Sicherheit und Technik. Wegen der späten Anstosszeiten sei ausserdem mit weniger Gästen zu rechnen. Auch in München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt sind keine offiziellen Fanfeste geplant.Wo kann man denn gemeinsam Fussball schauen?In Hamburg kann man zum Beispiel im Landhaus Walter direkt im Stadtpark gemeinsam mit anderen mehr als fünfzig Spiele auf einer Leinwand verfolgen. Auch auf dem Spielbudenplatz in St. Pauli ist ein WM-Biergarten eingerichtet.In Berlin werden ausgewählte Spiele im «Neulich Biergarten» auf dem ehemaligen Flughafengelände Tempelhofer Feld gezeigt. Auch die «Kulturbrauerei» im Prenzlauer Berg, der «Beach Neukölln», der «Mauersegler» am Mauerpark sowie der «Cassiopeia»-Sommergarten in Friedrichshain laden zum Public Viewing ein.Die «Kulturbrauerei» ist einer der beliebtesten Public-Viewing-Orte in Berlin.Clemens Bilan / EPAIn Nordrhein-Westfalen können bis zu 10 000 Fans in der Arena auf Ewald in Herten unter anderem alle deutschen Vorrundenspiele schauen. In Dortmund gibt es eine riesige Leinwand im Hafen. Das grösste Public Viewing in Düsseldorf findet am Blumengrossmarkt statt.In Leipzig werden im «Felsenkeller»-Biergarten alle WM-Spiele übertragen. Im Braugasthaus «Dolden Mädel» geht es erst ab dem 20. Juni los, wenn das deutsche Team gegen die Elfenbeinküste antritt.Zu den besten Public-Viewing-Locations in Köln zählen der Klub «Bahnhof Ehrenfeld», die «Live Music Hall» und die «Brauwelt Köln». In Frankfurt werden viele Spiele im «Massif Central» gezeigt – bei gutem Wetter im Innenhof, bei Regen im Bistro.Zahlreiche Public-Viewing-Orte gibt es auch in München. Zu den schönsten zählen das «Paulaner-Bräuhaus» am Kapuzinerplatz, das «Seehaus» im Englischen Garten und der «Königliche Hirschgarten».Worauf muss man achten, wenn man zum Public Viewing will?Viele Kneipen und Restaurants werden sicher die wichtigsten Spiele ausstrahlen, allerdings sind solche Abende für Veranstalter auch mit zusätzlichen Kosten und hohem Aufwand verbunden. Einige Gaststätten wollen daher nur Fans mit Reservierungen einlassen.Vuvuzelas, Trommeln, Tröten und Pfeifen sind in den Aussenbereichen vielerorts verboten. Nach dem Abpfiff der späten Spiele müssen die Veranstalter das Public Viewing normalerweise schnell beenden.Und was ist mit der Party auf dem Balkon oder im Garten?Die Ausnahmeregelungen beim Lärmschutz gelten nur für öffentliche Veranstaltungen. Wer mit Freunden im Garten zu später Stunde Fussball schauen möchte, sollte seine Nachbarn zumindest vorwarnen und auf die Lautstärke achten.Wann spielt die deutsche Mannschaft überhaupt?Deutschland ist in der Gruppe E. Der Auftakt findet am Sonntag, dem 14. Juni, gegen den Aussenseiter Curaçao statt. Spielbeginn ist um 19 Uhr (13 Uhr in Houston). Am Samstag, dem 20. Juni, tritt die Mannschaft gegen Côte d’Ivoire an, am 25. Juni gegen Ecuador. Beide Partien beginnen um 22 Uhr deutscher Zeit.Wird das Team Gruppensieger, würde die erste K.o.-Runde am 29. Juni um 22 Uhr 30 deutscher Zeit angestossen werden. Das mögliche Achtelfinale wäre dann am 4. Juli um 23 Uhr.Mit Material der Deutschen Presse-Agentur.Passend zum Artikel
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