Teile der beliebten norditalienischen Küstenregion Cinque Terre könnten in Zukunft Überflutungen zum Opfer fallen. Das zeigt eine im Fachjournal „Remote Sensing“ erschienene Studie. Die Forscherinnen und Forscher haben berechnet, welche Auswirkungen der Anstieg des Meeresspiegels und vermehrte Sturmfluten auf den Küstenstreifen in Ligurien haben könnten.Ohne Schutzmaßnahmen befürchten die Forschenden einen „erheblichen Rückgang der Küstenlinie und der Strände“ in der Region mit Auswirkungen auf Häfen und die lokale Wirtschaft. In ihre Auswertung bezogen sie etwa Drohnenaufnahmen, Geländemodelle und Geodaten ein.Durch die Klimakrise steigt der Meeresspiegel weltweit. Das liegt unter anderem an schmelzenden Gletschern, aber auch an der Ausdehnung des Meerwassers mit zunehmender Wassertemperatur. In ihrer Studie geht das Forschungsteam von einem Anstieg des Meeresspiegels von 60 Zentimetern bis 1,17 Metern aus. Zusätzlich dazu verstärkt der Klimawandel Wetterextreme, weshalb für die Region zunehmend mehr Sturmfluten erwartet werden. Gefahren dürften schon „weit vor 2150“ auftreten „Aufgrund des Zusammenwirkens von regionalem Meeresspiegelanstieg, lokaler Bodensenkung, steiler Küstenmorphologie und begrenztem Sedimentaufnahmeraum ist an der Küste der Cinque Terre bereits weit vor dem Jahr 2150 mit einer deutlichen Zunahme der Meeresgefahren zu rechnen“, schreiben die Autorinnen und Autoren.Die beiden Dörfer Monterosso und Vernazza wären laut den Forschenden etwa stark betroffen, wenn auch auf unterschiedliche Weise. „In Monterosso betreffen die größten Risiken den Hafen, die Strände, die Parkplätze und die niedrigen Kaianlagen“, heißt es in der Studie. In Vernazza wären vor allem die beiden kleinen Strände und die touristische Infrastruktur in Wassernähe in Gefahr. Das historische Dorf selbst liege dagegen hauptsächlich in sicherer Höhe.Kleine Strände – sogenannte „Pocket Beaches“ (Taschenstrände) – sind der Studie zufolge besonders gefährdet. Sollten die Docks nicht angehoben und Gegenmaßnahmen ergriffen werden, erwarten die Forschenden bis zum Jahr 2150 bei Sturmfluten einen „Nutzungsausfall der Hafeninfrastruktur“ sowie einen „vollständigen Verlust der Strände“.Würde der Meeresspiegel noch weiter steigen – im Extremfall bis auf 13 Meter –, sehen die Studienautoren auch die berühmte Zugstrecke durch die Cinque Terre bedroht, da das Wasser dann Tunnel und Oberleitungen erreichen könnte. Auch verlaufen die Schienen teils nah am Wasser.Die bei Touristen beliebte Region Cinque Terre mit ihren fünf Dörfern Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore zählt seit 1997 zum Unesco-Weltkulturerbe. Auch die Zugfahrt in die Region selbst gilt mit ihrer malerischen Strecke als Attraktion. Die Gegend ist berühmt für ihre bunten Häuser an der Küste der italienischen Riviera mit ihren Stränden und Steilhängen. (Tsp)
„Erheblicher Rückgang der Küstenlinie und der Strände“: Teil der Cinque Terre droht im Meer zu versinken
Der beliebte Küstenstreifen in Italien ist bedroht, zeigt eine neue Studie. Dörfer wie Monterosso und Vernazza sind wegen ihrer bunten Häuser und malerischen Strände bei Urlaubern beliebt.










