PfadnavigationHomeRegionalesHamburgBlock-Prozess in Hamburg„Frau Block wusste nichts von dem, was geschehen wird“Stand: 14:43 UhrLesedauer: 3 MinutenChristina Block (M.) und ihr Rechtsanwalt Ingo Bott (l.) am aktuellen ProzesstagQuelle: Georg Wendt/dpa-Pool/dpaAm Landgericht Hamburg spitzt sich der Prozess um die mutmaßliche Entführung der Block-Kinder weiter zu. Die Verteidigung zieht eine zentrale Zeugin massiv in Zweifel und bestreitet erneut jegliche Tatkenntnis der Angeklagten.Im Prozess um die mutmaßliche Entführung der Kinder der Hamburger Unternehmerin Christina Block hat die Verteidigung die Glaubwürdigkeit einer zentralen Belastungszeugin scharf angegriffen. Am 55. Verhandlungstag erklärte Blocks Anwalt Ingo Bott vor dem Landgericht Hamburg, die Aussagen der mutmaßlichen Mittäterin seien widersprüchlich und unplausibel. Aus Sicht der Verteidigung könne daraus nur ein Schluss gezogen werden: „Frau Block wusste nichts von dem, was geschehen wird.“Die angeklagte Unternehmerin, Tochter des „Block House“-Gründers Eugen Block, soll laut Staatsanwaltschaft eine israelische Sicherheitsfirma beauftragt haben, ihre beiden jüngsten Kinder nach einem jahrelangen Sorgerechtsstreit aus Dänemark nach Deutschland zu entführen. Die Tat soll sich in der Silvesternacht 2023/2024 ereignet haben. Block bestreitet die Vorwürfe entschieden.Die jüngsten Angriffe der Verteidigung richten sich insbesondere gegen die Aussage einer 51-jährigen Zeugin, die laut Anklage als „rechte Hand“ des Chefs der beteiligten Sicherheitsfirma gilt. Sie hatte an mehreren Verhandlungstagen ausgesagt und dafür – wie andere Beschuldigte aus Israel – freies Geleit erhalten. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll es vor der Tat ein Treffen zwischen Block und den späteren Tätern in einem Hotel gegeben haben.Lesen Sie auchGenau diesen Punkt weist die Verteidigung nun entschieden zurück. „Es gab kein Treffen mit Frau Block“, erklärte Bott. Die entsprechende Darstellung der Zeugin sei lediglich „eine neue Variante“ widersprüchlicher Aussagen. Nicht nur zeitliche Abläufe passten nicht zusammen, auch inhaltlich sei die Schilderung nicht überzeugend. Zudem erscheine es nicht logisch, dass Block als kommunikative Persönlichkeit keine Rückfragen gestellt haben soll, wenn sie von einem solchen Vorhaben gewusst hätte. Für die Verteidigung steht deshalb fest: Einen konkreten, der Angeklagten bekannten Tatplan habe es nicht gegeben.Seit Jahren eskalierender KonfliktDie aktuelle Entwicklung ist eingebettet in einen hoch emotionalen und seit Jahren eskalierenden Konflikt zwischen den getrennten Eltern. Einen Einblick in diese Vorgeschichte lieferte am vorherigen Prozesstag ein Kinderpsychologe, der bereits seit längerem in das Verfahren eingebunden ist. Der 54-Jährige schilderte, wie er versucht habe, zwischen den Eltern zu vermitteln und eine Verständigung herbeizuführen. Trotz mehrerer Gespräche – unter anderem mit dem Anwalt des Vaters – sei dies jedoch gescheitert.Der Psychologe, der sich auf die Beratung von Trennungseltern spezialisiert hat, hatte in den Jahren vor der Tat für Block gearbeitet. Hintergrund war ein Vorfall aus dem Sommer 2021, als der Vater die Kinder nach einem Wochenendbesuch nicht mehr nach Hamburg zurückgebracht, sondern in Dänemark behalten hatte. Beide Eltern erheben wechselseitige Vorwürfe: Während der Vater der Mutter Gewaltvorwürfe macht und behauptet, die Kinder wollten keinen Kontakt mehr zu ihr, spricht Block von Manipulation durch den Ex-Partner.Lesen Sie auchAuch im Gerichtssaal zeigte sich, wie stark die Konflikte bis heute nachwirken. Der Psychologe berichtete, die Kinder hätten bei seinen Besuchen nicht mit ihm sprechen wollen. Eine Äußerung der Tochter blieb ihm besonders in Erinnerung: „Nach Dänemark kannst Du uns wohl nicht zurückfahren.“ Zugleich widersprach der Zeuge in einem Detail der Darstellung der Staatsanwaltschaft zu einem möglichen Telefonkontakt des Mädchens mit ihrem Vater.dfe, dpa
Block-Prozess in Hamburg: „Frau Block wusste nichts von dem, was geschehen wird“ - WELT
Am Landgericht Hamburg spitzt sich der Prozess um die mutmaßliche Entführung der Block-Kinder weiter zu. Die Verteidigung zieht eine zentrale Zeugin massiv in Zweifel und bestreitet erneut jegliche Tatkenntnis der Angeklagten.







