Künstliche Intelligenz war das nahezu vollständig die Google-Entwicklerkonferenz I/O dominierende Thema im Mai, und KI beherrschte auch jetzt die Entwicklerkonferenz von Apple in San Francisco. Während Google seit mehr als zehn Jahren an der Spitze der Entwicklung steht, ist Apple der Nachzügler und muss nun endlich liefern. Das wird mithilfe eines Unterbaus von Nvidia und der KI-Expertise von Google geschehen, was nicht nachteilig sein muss. In den vergangenen beiden Jahren wurde die gesellschaftliche Stimmung gegenüber der Künstlichen Intelligenz kritischer. Das betrifft nicht nur ihren Strom- und Speicherhunger. Google setzt voll auf KI in seinem gesamten Ökosystem, und Microsoft will dem Ganzen noch eine Spitze aufsetzen mit einem an allen Ecken und Enden aufploppenden Copilot, der für viele Nutzer zum Ärgernis geworden ist, für andere gar zum Hassobjekt.Was agentische KI istKI muss abschaltbar sein, sagen die einen, und die Freunde des Fortschritts freuen sich über neue KI-Systeme, die agentisch sind. Der Fachbegriff meint einen Mitarbeiter, welcher plant, entscheidet und handelt. „Hey Siri, organisiere einen entspannenden Wochenendausflug in Nizza für zwei Personen und bleibe unter 1500 Euro.“ Die neue Siri AI sucht Flüge und das Hotel, reserviert passende Restaurants und den Fahrdienst mit Uber zum Hotel, weil die örtlichen Taxis horrend teuer sind. So hat das Apple vorgestellt. Aber wir EU-Bürger bleiben mal wieder außen vor, Stichwort: Regulierung. Eine weitere Erkenntnis der Branche eint Apple, Google und Microsoft: Die Techkonzerne haben erkannt, wie teuer sie ihre eigene Infrastruktur kommt. Das betrifft nicht nur Strom und Speicher, sondern sogar den Bau neuer Kraftwerke. Microsoft hat bereits die Office-365-Preise kräftig angehoben, Google kündigte in Amerika einen KI-Tarif für 100 Dollar monatlich an. Rechenzentren, KI-Forscher und Energiekosten lassen sich nur so finanzieren. Das ist eine Erkenntnis: KI steht auch für kostenintensiv.