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Galeria-Kredit: Tag der Entscheidung für Galeria Die Zeit für Galeria läuft ab. Erhält die malade Warenhauskette nicht bald einen neuen Kredit, wird es eng. Nun soll geklärt werden, wie es weitergeht.

Melanie Bergermann, Henryk Hielscher 11.06.2026 - 11:00 Uhr Seit Wochen wird darüber spekuliert, ob der US-Investor Gordon Brothers bereit ist, Galeria einen dreistelligen Millionenkredit zur Verfügung zu stellen. Foto: IMAGO/Sven Simon„Und wenn er kommt?“ „Sind wir gerettet.“(Dialog aus Samuel Becketts Theaterstück „Warten auf Godot“)Kommt er, oder kommt er nicht – der Kredit für Galeria? Ein früherer Manager der Warenhauskette fühlt sich an Samuel Becketts Theaterstück „Warten auf Godot“ erinnert, in dem die Hauptfiguren auf eine Person namens Godot warten, die jedoch nie erscheint. „Nur, dass es bei Galeria ‚Warten auf die Gordon Brothers‘ heißen müsste“, sagt er. Absurdes Theater sei es allemal, was bei seinem ehemaligen Arbeitgeber gerade aufgeführt werde.Tatsächlich wird seit Wochen darüber spekuliert, ob der US-Investor Gordon Brothers bereit ist, Galeria einen dreistelligen Millionenkredit zur Verfügung zu stellen, und wann dieses Geld überwiesen werden würde. Nach Informationen der WirtschaftsWoche zeichnet sich eine wichtige Vorentscheidung ab: Nach einem internen Abstimmungstermin an diesem Donnerstag soll feststehen, wie und ob es für Galeria weitergeht, heißt es im Umfeld der Warenhauskette. Die Zeit drängt.Die Folgen der RabattaktionSchon seit April verhandelt Galeria mit Gordon Brothers über den Kredit. Ursprünglich soll es dem Vernehmen nach um einen Betrag von 160 Millionen Euro gegangen sein. Inzwischen könnte die Summe niedriger liegen. Denn als Sicherheit für den Kredit muss Galerias Warenbestand herhalten – und der ist seit dem Start einer großangelegten Rabattaktion Ende Mai deutlich gesunken. Entsprechend wäre es möglich, dass der Kreditbetrag reduziert wird.25 Prozent auf alles Warum Galerias Rabattaktion an Praktikers letzte Tage erinnert Galerias Rabattschlacht offenbart, wie es um die Kette steht, und zeigt Parallelen zur Baumarktkette Praktiker. Nicht nur der Slogan klingt vertraut. von Henryk HielscherWomöglich noch wichtiger bei den Verhandlungen ist aber der Faktor Zeit: Galerias Liquiditätslage gilt als äußerst angespannt. Einige Vermieter berichteten zuletzt über ausstehende Mietzahlungen. Andere Verpflichtungen, beispielweise die Umsatzsteuer-Vorauszahlung, müssen Geschäftsführer pünktlich leisten, um sich nicht selbst Haftungsrisiken auszusetzen. Viel Spielraum bleibt also nicht, um Zahlungen zu strecken und in Ruhe weiter über die Finanzierung zu sprechen. Heute soll deshalb eine Entscheidung fallen.Ob das Geld fließt, hängt aber wohl nicht mehr so sehr von Gordon Brothers ab. Deren Angebot steht, heißt es im Umfeld des Unternehmens. Es muss aber noch angenommen werden. Neben den Galeria-Geschäftsführern müssen die Eigentümer von Galeria zustimmen – also das Family Office des US-Geschäftsmanns Richard Baker (NRDC) und der frühere Handelsmanager Bernd Beetz. Zusätzlich müssen die Warenkreditversicherer den Kredit absegnen. Die Unterschriften der Versicherer und der Eigentümer sollen aber noch nicht vorliegen. In dem Zusammenhang soll heute ein Abstimmungstermin stattfinden. Im besten Fall könnten sämtliche Genehmigungen im Laufe des Tages vorliegen und der Kredit in der kommenden Woche ausgezahlt werden.Inwieweit der Kredit Galeria einen echten Neuanfang ermöglichen kann, bleibt indes fraglich. Mit den frischen Mitteln würde Galeria wohl zunächst einen bereits bestehenden Kredit der US-Investmentgesellschaft Bain zurückführen. Zudem hatte Bain der Warenhauskette eine Brückenfinanzierung in Höhe von 10 Millionen Euro gewährt, um eine kurzfristige Liquiditätsklemme zu überwinden. Auch dieser Kredit soll mit den neuen Mitteln abgelöst werden. Insgesamt geht es laut Finanzkreisen um mehr als 80 Millionen Euro für Bain.Zudem dürfte ein bedeutender Teil abfließen, um die laufenden Kosten zu decken – etwa für Gehälter und Mieten. Hinzu kommen Mietverbindlichkeiten, die Galeria einigen Vermietern noch für die vergangenen Monate schuldet. Und auch die im Sanierungsplan von Galeria angedachte Schließung von bis zu einem Drittel der Filialen kostet zunächst Geld. Vermieter müssten im Zweifel für die vorzeitige Beendigung von Mietverträgen entschädigt und Mitarbeiter über Sozialpläne abgefunden werden. Ein Insider bezweifelt, dass am Ende noch viel Geld übrig bliebe für echte Investitionen, etwa in die Modernisierung der verbleibenden Warenhäuser.Heißt auch: Selbst wenn das Warten auf die Gordon Brothers bald enden sollte – das Galeria-Drama geht weiter. 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