Irgendwie strafen die tausend kleinen Kunstwerke dieser Rostocker Schüler-Schau die soeben durch die Medien gehende, an der Albert Ludwigs-Universität in Freiburg/Breisgau erstellte Glücksatlas-Statistik Lügen. Das Ranking besagt, Rostock belege abermals im deutschlandweiten Städteranking den letzten Platz. Als Gründe werden „gefühlte Unzufriedenheit trotz der hohen Lebensqualität an der Ostseeküste“ angeführt, „primär strukturelle, demografische und wirtschaftliche Faktoren“.

Die gerade in der Rostocker Kunsthalle ausgestellten tausend kleinen Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Skulpturen, Fotos und Filme von Schülern schon ab der ersten Klasse, erzählen nichts von derart düsterer Stimmung. Im Schaudepot des vor wenigen Jahren exzellent sanierten und erweiterten hanseatischen Kunst-Museums (übrigens der einzige moderne Museums-Neubau, den die DDR sich leistete) beweisen Kinder Lebenslust, Fröhlichkeit in allen Spielarten der Fantasie. Und dies mit bemerkenswerter künstlerischer Fertigkeit. Seit 32 Jahren findet allsommerlich diese Leistungsschau samt Jury statt, deren Ziel nicht unbedingt ist, „Beste“ oder „Bester“ zu sein, sondern die Freude an und das Bedürfnis nach Kunst als Ausdrucksmittel im Alltag.