Der russische Automarkt lag zuletzt am Boden. Sanktionen gegen Wladimir Putins Regime und der Krieg in der Ukraine hatten ihm vergangenes Jahr massiv zugesetzt. Um die hohe Inflation zu bekämpfen, hob die Zentralbank den Leitzins zwischenzeitlich auf mehr als 20 Prozent an. Autos auf Pump zu kaufen war fast unbezahlbar, selbst wenn der Staat hier Sonderkonditionen anbot. Verschärfte Finanzembargos des Westens schnitten Russland weiter von im Ausland geparktem Vermögen ab.Exklusive Statistiken aus der russischen Autoindustrie lassen jetzt aber einen Hauch von Aufwärtstrend erkennen. Vermutlich auch befeuert durch gestiegene Öl- und Gaseinnahmen, die dem Land aufgrund des Iran-Krieges und der Hormus-Blockade zufließen. Der Aufwärtstrend zeigt sich auch im ehemaligen russischen Volkswagen-Werk in Kaluga, in das 2024 der teilstaatliche Autobauer Chery aus China eingezogen war.Was in Kaluga passiert, lässt sich wie bei einem Gradmesser auf den gesamten Fahrzeugmarkt des Landes übertragen, ja auf gute Teile der russischen Volkswirtschaft.Neueste Satellitenbilder lassen nun auf den Auslieferparkplätzen wieder einiges an Bewegung erkennen. Musste Chery vergangenes Jahr seine Autos sogar auf Grasflächen abstellen, weil das Unternehmen diese nicht verkauft bekam, sind diese Wiesen inzwischen weitgehend frei. Zudem zeigen Aufnahmen europäischer Radarsatelliten, dass auf den asphaltierten Flächen Autos dazukommen und wieder verschwinden. Ein Indiz dafür, dass sie tatsächlich verkauft werden.Auf einer hoch aufgelösten Aufnahme vom 17. Mai ist zudem erkennbar, dass zwischen den Fahrzeugen auf den Auslieferparkplätzen immer wieder größere Lücken klaffen. Eine einzige Wiese südlich der Werkhallen ist noch zugestellt. Allerdings handelt es sich hierbei der Aufnahme nach vermutlich um Fahrzeugteile oder anderes Material, nicht um fertige Fahrzeuge.