China ist nach Angaben aus Taiwan erstmals mit Schiffen in die Gewässer um die Insel Taiping im Südchinesischen Meer eingedrungen. Zwei chinesische Schiffe seien durch die »verbotenen« Gewässer um die von Taiwan beanspruchte Insel gefahren, teilte die taiwanische Küstenwache mit . Die Schiffe hätten sich dort 15 Minuten lang aufgehalten, bevor sie von der Küstenwache vertrieben worden seien.

Taiping ist die größte Insel im Spratly-Archipel, das auch von China, den Philippinen und Vietnam beansprucht wird. Nach Angaben der taiwanischen Küstenwache erstrecken sich ihre »verbotenen« Gewässer in einem Umkreis von vier Kilometern vor der Küste. China beansprucht indes praktisch das gesamte Südchinesische Meer für sich.Der Vorfall ereignete sich wenige Tage, nachdem ein chinesischer »Sicherheitseinsatz« in Gewässern östlich von Taiwan für neue Spannungen gesorgt hatte. China betrachtet das demokratische und selbstverwaltete Taiwan als abtrünnige Provinz, die notfalls mit militärischen Mitteln wieder mit dem Festland vereint werden soll.

China wolle den falschen Eindruck erwecken, es hätte die Hoheitsgewalt über die Gewässer, erklärte die Küstenwache Taiwans. Diese Bestrebungen werde man nicht unterstützen. Die Küstenwache kündigte an, alle Eindringlinge »zu vertreiben«, nachdem China eine Patrouille vor der Ostküste beendet hatte. »Die maritime Souveränität unserer Nation darf nicht verletzt werden«, hieß es in einer Stellungnahme. »Jedes Land, das Hoheitsansprüche geltend macht, wird ausnahmslos vertrieben.«