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EZB-Liveblog: EZB-Chefin Lagarde erklärt die aktuelle Zinsentscheidung Live-Blog Nach der Zinserhöhung stellt sich Europas oberste Notenbankerin den Fragen der Presse. Verfolgen Sie Ihren Auftritt hier live.
11.06.2026 - 15:38 Uhr aktualisiert Artikel anhörenChristine Lagarde: Die EZB-Chefin erklärt die Geldpolitik. Foto: AP Photo/Michael ProbstVerfolgen Sie die EZB-Pressekonferenz mit Christine Lagarde hier live:Die Pressekonferenz ist beendet, vielen Dank für Ihr Interesse.Lagarde erwartet, dass die jüngsten KI-Entwicklungen erst der Beginn einer ganzen Welle an technologischen Neuerungen sein werden. Das betreffe sowohl die Notenbanken als auch die Geschäftsbanken in der Euro-Zone. Alle müssten sicherstellen, dass die technischen Systeme gegen Angriffe mit KI-Anwendungen gerüstet sind. Nicht alle Banken und Einrichtungen hätten Zugang zu den neuesten Modellen, eine Absicherung sei aber dennoch möglich.Eine italienische Journalistin weist darauf hin, dass die EZB nicht länger davon schreibe, die Inflationserwartungen seien „stabil verankert“. Lagarde erklärt dazu, dass die kurzfristigen Inflationserwartungen vor allem bei Verbrauchern deutlich gestiegen seien. Langfristig erwarteten Haushalte, Firmen und Märkte allerdings weiterhin, dass die Teuerung zum Zwei-Prozent-Ziel zurückkehrten.Lagarde verteidigt die Zinserhöhung erneut mit deutlichen Worten. Angesichts der aktuellen Erwartung, dass sich die Inflation möglicherweise erst 2028 wieder am Zwei-Prozent-Ziel bewege, könne man nicht von einer Entscheidung der „Absicherung“ sprechen. Vielmehr sei sie angesichts der Daten unausweichlich gewesen.„Wir sehen, dass sich die Inflation langsam in der Wirtschaft ausbreitet“, antwortet Lagarde auf eine Frage. Die EZB werde nun genau darauf achten, wie sich etwa die Lieferketten und Zahlungsströme im Euro-Raum entwickelten.Die Notenbanker haben nicht darüber gesprochen, wo aktuell der sogenannte „neutrale Zins“ liegt. Auf diesem Niveau, so die Theorie, beeinflusst die Geldpolitik die Volkswirtschaft weder in die eine noch in die andere Richtung. Es sei aktuell ohnehin schwer möglich, den neutralen Zins zu bestimmen, weil Schocks durch den Irankrieg die Ergebnisse geldpolitischer Modelle verzerrten.„Wir sehen derzeit noch keine Zweitrundeneffekte“, sagt Lagarde auf die Frage, ob sich durch die Inflation gestiegene Löhne bereits als zusätzlicher Antrieb für die Teuerung zeigen. Sie schließt aber nicht aus, dass sich das bald ändern könnte.Die EZB veröffentlicht nun drei statt zwei Szenarien: eines für einen milden Verlauf, eines für einen mittleren Verlauf und eines für einen schweren Verlauf des Irankriegs. Die Zinserhöhung wäre auch dann gekommen, wenn die Notenbank nur auf das mildeste Szenario geschaut hätte, sagt Lagarde. Sie versucht klarzumachen: Wir hatten keine Wahl.Es ist üblich, dass sich die EZB darauf zurückzieht, bei jedem Treffen des obersten Zinsgremiums neu und allein auf Grundlage aktueller Daten zu entscheiden. Lagarde fügt aber hinzu, dass diese Zinserhöhung entgegen anderslautender Medienberichte keine „Absicherung“ war – sondern eine unmittelbare Folge des Irankriegs. Der Schock auf dem Energiemarkt habe sich deutlich ausgewirkt, sodass die neuen Szenarien keine andere Wahl gelassen habe.BloombergDie Entscheidung, die Zinsen zu erhöhen, war einstimmig, sagt Lagarde. Über andere Optionen sei nicht diskutiert worden, die Notenbanker seien sich absolut einig gewesen.Lagarde betont, wie unsicher der aktuelle Ausblick ist. Ein langer oder gar noch intensiverer Irankrieg könnte die Inflation stärker erhöhen und das Wachstum stärker verringern als gedacht. Sollte der Krieg schneller enden, wären die Effekte naturgemäß weniger stark.Die EZB geht weiter davon aus, dass die Löhne in der Euro-Zone sich moderat entwickeln und nicht maßgeblich zu einer höheren Teuerung beitragen. Die höheren Energiepreise dürften allerdings Firmen dazu zwingen, ihre Verkaufspreise anzuheben, sodass die Inflation bis mindestens in die erste Hälfte des Jahres 2027 deutlich oberhalb des Zwei-Prozent-Ziels bleiben werde, erwartet Lagarde.Die EZB-Chefin betont, dass alle diese Erwartungen vom Irankrieg abhängen. Je länger dieser dauert, desto stärker werden die Auswirkungen auf das Preisniveau, erwarten die Notenbanker.Lagarde betont einerseits, dass politische Schritte zur Unterstützung der europäischen Wirtschaft dringend nötig seien. Gleichzeitig sollten fiskalische Interventionen, die die Energiepreise für Firmen und Haushalte künstlich verringern, begrenzt bleiben – auch, um die Staatshaushalte nicht zu sehr zu belasten.Die Wirtschaft in der Euro-Zone zeige sich nach wie vor robust, sagt Lagarde. Rechnet man Irland heraus, wuchs das BIP zuletzt, die Arbeitslosigkeit ist nach wie vor niedrig und die Haushalte stehen finanziell solide dar. Während höhere Energiepreise die wirtschaftliche Aktivität zu bremsen drohen, helfen die staatlichen Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur.Die wichtigsten Punkte der aktuellen Zinsentscheidung:Der entscheidende Einlagenzins steigt von 2 auf 2,25 ProzentDie EZB hebt ihre Inflationsprognose für das Jahr 2026 von 2,6 auf 3,0 Prozent anFür die Euro-Zone erwarten die Notenbanker 2026 noch 0,8 Prozent Wachstum; zuvor waren es 0,9 Prozent gewesen Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt






