Berlin. Der Deutschlandchef von Vattenfall, Robert Zurawski, kritisiert die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Auswirkungen des Irankonflikts als fehlgesteuert. Im Gespräch mit dem Handelsblatt sagte er: „Ein Tankrabatt kommt nur denen zugute, die Verbrenner fahren.“Statt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel zu reduzieren, wäre es zielführender gewesen, die Stromsteuer zu senken und damit beispielsweise den Umstieg auf Elektroautos zu fördern, so Zurawski.Der Tankrabatt gilt seit Anfang Mai und soll Medienberichten zufolge Ende Juni auslaufen. Er koste Deutschland insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro, rechnet Zurawski vor. Sein Unternehmen, sagt er, hätte für dasselbe Geld „10.000 Schnellladesäulen mit 20.000 Ladepunkten bauen“ können.

Die Transformation ist ein Industrieförderprogramm. Robert ZurawskiDeutschlandchef VattenfallVattenfall positioniert sich in Deutschland immer mehr als Verfechter der Energiewende. Lange war das Unternehmen ein klassischer Kraftwerksbetreiber mit Kohlekraftwerken in der Lausitz und Atomkraftwerken in Schleswig-Holstein. Inzwischen setzt sich das Geschäft in Deutschland vor allem aus Strom- und Gasverkauf an fünf Millionen Kunden, 40 Prozent der deutschen Pumpspeicherkapazitäten und erneuerbaren Energien zusammen.