Weihnachtsbäume im Hochsommer: Mein Freund der Baum
Mit Wurzelwerk war gut gemeint, doch wenn aufgehoben auch aufgeschoben ist, endet es meist nicht gut.
Donoata Kindesperk/taz
M orgens, gegen halb 10 in Berlin. Ich greife nach meinem Schlüsselbund, nehme fix den Müll mit und schließe dann meine Wohnungstür ab. Ich laufe die zwei Treppen hinunter, ich hab’s etwas eilig, Termine und so. Mein Blick wandert im Vorbeigehen durch das halb offene Hausflurfenster in den Hof. Ein klassischer, unaufgeregter Berliner Hinterhof mit Blick auf eine Brandmauer. Der Putz im recht üblichen Gelb gestrichen. Buddelkasten, Fahrradständer, ein etwas unmotivierter Alibi-Kinderspielplatz mit einer Bank.
Da steht er, der jährlich saisonal geschmückte Haus-Weihnachtsbaum, vor ein paar Jahren brav eingepflanzt, kurz hinter den Briefkästen im Berlin-Mitte-Mulch.






