Die FDP ist in den vergangenen Monaten oft totgesagt worden. Erst scheiterte sie am Wiedereinzug in den Bundestag. Dann flog sie auch aus dem Landtag ihres früheren Stammlands Baden-Württemberg. Nun soll ausgerechnet Sachsen-Anhalt zeigen, dass die Liberalen noch leben.

In Magdeburg präsentierte die FDP Sachsen-Anhalt am Dienstag ihre Kampagne zur Landtagswahl am 6. September 2026. Es ist der erste Landeswahlkampf im neuen Erscheinungsbild der Partei. Das Magenta ist verschwunden. Geblieben ist viel Gelb, ergänzt durch Blau. Dazu kommt ein neuer Bundesvorsitzender, der bei den Liberalen wieder Aufbruchsstimmung erzeugt: Wolfgang Kubicki.

Lydia Hüskens, Landeschefin, Infrastrukturministerin Sachsen-Anhalts und Spitzenkandidatin der FDP, gibt sich entsprechend zuversichtlich. Ihre Aufgabe ist allerdings schwierig. Die FDP will im Landtag bleiben, liegt in Sachsen-Anhalt aber seit Monaten gefährlich nah an der Fünfprozenthürde oder darunter. Wie will Hüskens das schaffen?

„Weil sich was ändern muss“

Die Antwort der Kampagne lautet: Veränderung. Auf den Plakaten steht in großen blauen Buchstaben: „Weil sich was ändern muss.“ Für eine Partei, die seit 2021 mitregiert, ist das ein riskanter Satz. Hüskens versucht diesen Widerspruch aufzulösen, indem sie auf Fortschritte in der Landesregierung verweist, zugleich aber ein verbreitetes Unbehagen aufgreift. Vieles sei gelungen, sagt sie, aber die FDP sei noch nicht fertig.