PfadnavigationHomeWissenschaftEinwanderung„War ein Riesentier“ – Zahl der Elch-Sichtungen in Ostdeutschland steigt starkStand: 08:10 UhrLesedauer: 3 MinutenZwei Elche stehen im Brandenburger Regen – in diesem Jahr gibt es besonders viele SichtungenQuelle: Patrick Pleul/dpaEin Autofahrer sieht im Süden Berlins einen gewaltigen Elch. Kein Einzelfall mehr, immer häufiger werden Exemplare gesichtet. Siedeln die eingewanderten Tiere sich dauerhafter im Osten Deutschlands an? Experten geben Antworten.Kommen Elche bald bis in die Hauptstadt? Am südlichen Berliner Ring hat ein Autofahrer ein Exemplar der weltweit größten Hirschart gesehen. Experten gingen zuvor davon aus, dass zwei der Kolosse zwischen Grünheide und Spreenhagen (Oder-Spree) unterwegs waren.Die ersten Elche in Brandenburg sind es nicht: Südwestlich von Berlin fühlt sich seit etlichen Jahren Elch Bert zu Hause, der mit einem Sender ausgestattet wurde. Sonst tauchen die Kolosse – meist von Polen kommend – wohl eher vorübergehend im Osten Deutschlands auf. Vor Tagen wurden zwei Elche im Oder-Spree-Kreis bei Grünheide gesehen.Dem Elchmonitoring Brandenburg liegen Foto- und Videoaufnahmen sowie Augenzeugenberichte vor, wie der Wildtierbiologe Benjamin Gillich vom Landeskompetenzzentrum Forst in Eberswalde der dpa sagt. Das Material deutet darauf hin, dass sich seit dem 28. Mai zwei junge Elche im Raum zwischen Grünheide und Spreenhagen aufhielten – ein männliches und ein weibliches Tier. Werden mehr Elche nach Brandenburg wandern?In Skandinavien und Polen leben viele Elche – in Deutschland sind die Tiere nach wie vor selten. Das seit 2013 bestehende Elchmonitoring zeigt von Jahr zu Jahr schwankende Zahlen bei den Sichtungen. Ein eindeutiger Trend sei derzeit nicht erkennbar, so Gillich.Im Jahr 2025 gingen laut Forstbehörde insgesamt 19 Elchmeldungen ein. Im laufenden Jahr wurden bereits 24 Elch-Beobachtungen gemeldet (Stand: Juni 2026). Es seien aber auch Mehrfachmeldungen desselben Tieres wahrscheinlich, hieß es.Lesen Sie auchVor allem in den östlichen Landkreisen werden immer wieder Elche gesehen. Die Riesen, die als Einzelgänger gelten, können um die 500 Kilogramm schwer sein. Lesen Sie auchIn den meisten Fällen handelt es sich um durchziehende Tiere, wie Elch-Fachmann Michael Striese erklärt. In Brandenburg ist allerdings der wilde Elch Bert im Naturpark Nuthe-Nieplitz heimisch geworden, der seit Jahren alleine in der Gegend lebt. Auffällig sei seine Vorliebe, sich im Sommer in der Nähe von Kühen aufzuhalten, heißt es in Berichten. „Senderelch Bert zeigt seit 2018, dass es einem Elch grundsätzlich möglich ist, dauerhaft in Brandenburg zu leben“, sagt Biologe Gillich. Eine besondere Herausforderung seien heiße Sommer. Dann seien die Tiere auf Feuchtgebiete und offenes Wasser zur Kühlung angewiesen. Kalte Winter hingegen bereiteten den Elchen in der Regel keine Probleme.Was muss man bei Elch-Sichtungen beachten?Wer einen Elch sieht, sollte vorsichtig sein. Man sollte den Anblick in einem sicheren Abstand genießen und sich dem Tier keinesfalls nähern, sagen die Experten. Ein Elch kann alleine durch seine Masse gefährlich werden. Daher können auch Verkehrsunfälle mit diesen Tieren mit schlimmen Folgen enden.Ein Autofahrer berichtete nun, dass er am frühen Samstagmorgen am Autobahndreieck Spreeau, das die A10 und A12 verbindet, einen Elch gesehen habe. „Ich habe in meinem Leben noch nie einen Elch gesehen. Da erschrickt man sich erst einmal. Das war ein Riesentier, direkt im Kreuz“, sagte er der „Märkischen Oderzeitung“.Wer einen Elch sieht, kann dies über die Internetseite „elch-brandenburg.de“ melden. Fotos und Videos sind dabei hilfreich für einen Nachweis. Mitunter kommt es auch vor, dass sich ein Elch als Rothirsch herausstellt – also verwechselt wurde.dpa/rc