42 Jahre lang trug Jean-Daniel Taverney Briefe und Pakete aus, zuletzt im schweizerischen Vevey am Genfersee. Kurz vor seinem 60. Geburtstag kam die fristlose Freistellung. Der Grund klingt absurd: Der Briefträger hatte Pakete in die Etagen getragen – entgegen den offiziellen Vorgaben seines Arbeitgebers. Öffentlich gemacht hat den Fall die Westschweizer Zeitung 24heures. Seitdem überschlagen sich die Ereignisse.
Pakete an der Wohnungstür statt im Hausflur – das wurde ihm zum Verhängnis
Die internen Weisungen der Schweizerischen Post schreiben vor, dass Pakete im Eingangsbereich neben den Briefkästen deponiert werden, sofern sich der Haupteingang nur per Zahlencode oder Schlüssel öffnen lässt. Taverney hielt sich nicht daran – aus gutem Grund, wie er findet: In den Hausfluren seien Diebstähle häufig gewesen, deshalb habe er die Pakete weiter in die Etagen gebracht.Auch eine zweite Sparvorgabe missachtete der 59-Jährige: B-Post, die aus Kostengründen nur noch jeden zweiten Tag zugestellt werden soll, brachte er teils früher zu den Empfängern. „In der Stadt muss man sowieso überallhin“, sagt er. Sein Credo: Die Servicequalität dürfe nicht sinken, um Geld zu sparen – die Post sei schließlich ein Dienst an der Bevölkerung.






