Deutschlands Stromerzeugung wächst derzeit so stark wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Daten des Energie-Thinktanks Ember. Reuters sieht darin eine mögliche Chance für die angeschlagene deutsche Industrie: Mehr Strom aus Wind- und Solaranlagen könne die Energiekosten senken und energieintensive Unternehmen entlasten, heißt es.
Die Nachrichtenagentur verweist dabei auf aktuell vergleichsweise niedrige Strompreise an der Börse sowie erste Anzeichen einer Stabilisierung in Branchen, die in den vergangenen Jahren besonders unter den hohen Energiekosten gelitten hatten. So ist die Produktion im verarbeitenden Gewerbe laut Statistischem Bundesamt im April 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,4 Prozent gestiegen. Doch reicht ein wachsendes Angebot an Wind- und Solarstrom allein wirklich aus, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie nach Jahren der Krise wieder zu stärken?
Kann mehr Wind- und Solarstrom der Industrie helfen?
Grundsätzlich sehen Energiewende-Befürworter durchaus Potenzial. „Die erneuerbaren Energien haben diesen Strompreisanstieg sehr stark reduziert und damit negative Impulse für die Wirtschaft verhindert“, sagt Volker Quaschning, Berliner Ingenieur und Professor für erneuerbare Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW). Für eine nachhaltige Senkung der Strompreise müsse der Ausbau erneuerbarer Energien jedoch weiter beschleunigt werden. „Spanien zeigt, welche Potenziale vorhanden sind. Dort waren bislang im Jahr 2026 die Strompreise halb so hoch wie in Deutschland“, sagt Quaschning. Perspektivisch sei ein ähnliches Niveau auch hierzulande erreichbar.









