Ein Gericht auf Mallorca hat die Abgabe des Ermittlungsverfahrens in der Sache der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen an die deutsche Justiz bestätigt. Ein Widerspruch von Fernandes gegen eine gleichlautende frühere gerichtliche Entscheidung sei zurückgewiesen worden, bestätigten die Rechtsanwälte beider Seiten auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Zuvor hatte bereits die »Mallorca Zeitung« entsprechend berichtet. Eine Justizsprecherin antwortete zunächst nicht auf eine Anfrage.
Fernandes hatte Ulmen im Dezember in Palma angezeigt – beide haben dort einen Wohnsitz. Sie wirft ihm unter anderem Anmaßung des Personenstandes und öffentliche Beleidigung vor, zudem Körperverletzung durch Übergriffe. In Spanien gibt es anders als in Deutschland Sondergerichte und spezialisierte Staatsanwaltschaften zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen.Das zuständige Gericht hält jedoch die deutsche Justiz für zuständig, da es sich bei Fernandes und Ulmen um deutsche Staatsbürger handelt, Unterlagen in deutscher Sprache sind und sich laut der Darstellung des Gerichts die meisten Vorwürfe in Deutschland abgespielt haben sollen, so berichtet es die dpa.
Collien Fernandes beschuldigt Christian Ulmen, sie »virtuell vergewaltigt« zu haben . In sozialen Medien wie etwa LinkedIn soll er täuschend echt aussehende Fakeprofile von ihr erstellt und darüber »Hunderte von Männern« kontaktiert haben. Über die Accounts soll er sich als Fernandes ausgegeben und mit Männern Chats und Gespräche mit sexuellen Inhalten geführt haben; er soll erotische Bilder und Videos verschickt haben, die den Eindruck erweckten, als handele es sich um Aufnahmen von Fernandes.






