„Lesen, Schreiben, Rechnen sind keine Fremdwörter mehr.“ Mit diesem Satz lobte CDU-Generalsekretärin Ottilie Klein auf dem Berliner Landesparteitag die Bildungspolitik ihrer Partei. Auch Bürgermeister Kai Wegner griff diese Worte auf, offenbar, um den Eindruck einer bildungspolitischen Wende unter CDU-Verantwortung zu vermitteln. Gleichzeitig drängt sich eine andere Frage auf: Wie hoch liegt eigentlich die Messlatte – oder, besser gesagt, wie tief?Denn Lesen, Schreiben und Rechnen sind nicht die Kür eines Bildungssystems. Sie sind sein elementarer Auftrag der gewählten Regierung.Auf X wurde der Satz mit der Frage nach dem Maßstab kommentiert. Ottilie Klein reagierte darauf persönlich und erklärte, die „28 Jahre SPD-geführte Bildungspolitik“ habe ihre Partei in nur „drei Jahren“ ändern können – „mit klarem Fokus auf Qualität, mehr Lehrern & weniger Unterrichtsausfall“.
Damit war aus einer zugespitzten Parteitagsformulierung eine überprüfbare Behauptung geworden. Die CDU reklamiert für sich, Berlin innerhalb von drei Jahren aus dem bildungspolitischen Tabellenkeller geführt zu haben. Worauf aber stützt sich die Aussage?
Das Eigenlob beruht auf genau einer Quelle
Auf Nachfrage dieser Zeitung, auf welche Bildungsrankings sich die CDU bezieht, welche Indikatoren die behauptete Verbesserung belegen und welche Studien oder Statistiken die Aussage stützen, verwies Kleins Büro auf den Bildungsmonitor der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).Berlin habe sich dort nach Jahren auf den hinteren Plätzen bereits 2024 auf Rang 12 verbessert und sei 2025 auf Rang 11 gestiegen. Für die Einzelheiten verweist das Büro auf die Studie.Der Befund scheint damit zunächst eindeutig: Berlin hat sich in diesem Ranking verbessert. Doch was misst dieses Ranking? Genau hier lohnt ein zweiter Blick.








