Nicht jedes Städte- und schon gar nicht jedes Glücksranking muss man für voll nehmen. Denn: Was ist schon Glück? Viele Psychologen raten dazu, das nicht überzubewerten oder gar anzustreben. Nun allerdings besagt das gerade veröffentlichte SKL-Städteranking 2026, für das mehr als 23.000 Menschen vom Institut für Demoskopie Allensbach im Zeitraum von 2022 bis 2026 repräsentativ befragt wurden, dass Erfurt die glücklichste Großstadt Deutschlands ist.

Der Zufall will es, dass ich gerade erst in Erfurt war. Das Umfrageergebnis kann ich komplett nachvollziehen. Zwar hebt das Ranking vor allem die günstigen Mieten, die hohe Umweltqualität und eine leicht überdurchschnittliche wirtschaftliche Lage hervor. Mir als Berlinerin sind aber beim Besuch der thüringischen Landeshauptstadt noch ein paar andere Dinge aufgefallen. Es wundert mich jedenfalls nicht, dass meine Heimatstadt im Ranking so abschmiert und auf dem 35. von 40 Plätzen landet.

Auch wenn klar sein dürfte, dass man eine Vier-Millionen-Metropole nur bedingt mit einer 200.000-Einwohner-Stadt vergleichen kann, so zeigt sich doch im Kleinen wie im Großen, wie man miteinander leben möchte – und wie es nicht funktioniert. Ich jedenfalls kam beglückt aus Erfurt zurück und werde wieder hinfahren. Aus verschiedenen Gründen.