In Johannesburg sind bei einem Schusswaffenangriff in der Nacht zum Mittwoch zwölf Menschen getötet worden. Der Polizeichef in der südafrikanischen Provinz Gauteng nannte die Tat „barbarisch, herzlos und wahnsinnig“. Nach der Auswertung der Aufnahmen von Sicherheitskameras geht die Polizei derzeit davon aus, dass mehr als zehn bewaffnete Personen kurz vor Mitternacht in eine sogenannte informelle Siedlung eindrangen und an mehreren Orten auf Bewohner schossen. Danach seien sie in einem Kleinbus geflüchtet, berichtete das Nachrichtenportal News24. Derzeit ist noch nicht klar, ob das Massaker mit illegalen Bergbauaktivitäten in der Nähe zusammenhängt.Acht Männer und drei Frauen wurden demnach am Tatort getötet, ein weiterer Mann starb später im Krankenhaus. Mindestens neun weitere Bewohner wurden mit Verletzungen in verschiedene Krankenhäuser gebracht, eine weitere verletzte Person wurde am Mittwochmorgen gefunden.Illegale Bergarbeiter graben nach GoldrestenDer Fahrer eines Kleinbusses soll die Täter kurz zuvor an einer Tankstelle abgesetzt haben. Sie verschafften sich dann über zwei separate Eingänge Zugang zu der Siedlung. Untersuchungen zufolge waren sie mit Gewehren bewaffnet. Das Motiv sei noch unklar, sagte der Polizeichef, aber es bestehe die Vermutung, dass die Tat etwas mit den Aktivitäten illegaler Bergarbeiter ganz in der Nähe zu tun habe.Illegale Bergarbeiter, sogenannte „Zama Zamas“, graben in der Umgebung von Johannesburg nach Goldresten, die noch in alten Minen zu finden sind. Sie arbeiten meist für organisierte kriminelle Syndikate, verbringen teils längere Zeit unter Tage. Südafrikas Polizei versucht seit geraumer Zeit verstärkt gegen den illegalen Bergbau vorzugehen. Doch es ist ein äußerst schwieriges Unterfangen. Anfang vergangenen Jahres führte ein groß angelegter Polizeieinsatz in der Minenstadt Stilfontein zu einer Katastrophe, als die Polizei Versorgungskanäle für die „Zama Zamas“ in den Stollen blockierte. Zwei Monate lang saßen die Männer in der Mine fest.Bewohner der Siedlung in Johannesburg, in der sich der Angriff ereignete, sagten am Mittwoch, sie hätten wiederholt auf eskalierende Gewalt und kriminelle Aktivitäten hingewiesen. Der Polizeichef entgegnete, eine solche Tat habe man nicht vorhersehen können, und verwies auf einige Erfolge in jüngerer Zeit. So habe die Polizei in der gleichen Gegend vor einigen Wochen Waffen und Munition beschlagnahmt und drei verdächtige Personen festgenommen. Eine Spezialeinheit mit forensischen Experten soll nun die Täter finden.
Südafrika: Angreifer erschießen zwölf Menschen in Armensiedlung
Bewaffnete dringen in eine Armensiedlung ein und erschießen zwölf Menschen. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang mit dem in Südafrika verbreiteten illegalen Bergbau.











