Der kalifornische Drehbauchautor Nick Reiner, der seine Eltern, den Filmemacher Rob Reiner und dessen Ehefrau Michele, im vergangenen Dezember ermordet haben soll, will seinen Verteidiger mit Mitteln aus einem von seinen Eltern angelegten Treuhänderfonds bezahlen. Vor einem Nachlassgericht in Los Angeles beantragte der Zweiunddreißigjährige jetzt die Auszahlung der Hälfte der etwa 1,5 Millionen Dollar. Angeblich hatten seine Eltern festgeschrieben, ihm die Summe nach dem 30. Geburtstag zu überlassen. Die zweite Hälfte soll nach dem 35. Geburtstag fließen.Wie Reiners Anwälte das Gericht wissen ließen, plane ihr Mandant, den prominenten Strafverteidiger Alan Jackson für den bevorstehenden Prozess wegen Doppelmordes zu verpflichten. Der Jurist hatte Reiner schon kurz nach dem Verbrechen vertreten. Jackson legte das Mandat aber nach wenigen Wochen nieder, da der Angeklagte ihn nicht bezahlen konnte.Im Januar übernahm eine Pflichtverteidigerin den aufsehenerregenden Fall, der Hollywood kurz vor Weihnachten erschüttert hatte. Laut Anklage überfiel der psychisch angeschlagene Reiner seine Eltern damals in ihrer Villa im Stadtteil Brentwood und tötete sie mit unzähligen Messerstichen. Der Strafprozess gegen ihn ist für Mitte September geplant.Nick Reiner (Mitte) mit seinen Eltern Rob Reiner (links) und Michele Singer Reiner (Zweite von links), seiner Schwester Romy (Dritte von links) und seinem Bruder Jake (rechts) im September bei einer Filmpremiere in Los AngelesRichard Shotwell/Invision/AP