Die politische Rhetorik des Putinismus besteht aus einem Geflecht von Narrativen, Begriffen und ideologischen Versatzstücken. Sie bilden ein zwar paranoides, jedoch in sich kohärentes Weltbild und lassen sich zugleich mühelos an wechselnde politische Kontexte anpassen. Zu den wirkmächtigsten Begriffen dieses Vokabulars gehört die „Russophobie“. Wer Russlands Krieg gegen die Ukraine verurteilt, die Repression gegen Oppositionelle kritisiert oder die imperialen Ambitionen des Kreml benennt, sieht sich rasch dem Vorwurf ausgesetzt, nicht aus politischen oder moralischen Gründen zu handeln, sondern von einer Russophobie getrieben zu sein – einer Mischung aus Angst vor Russlands Macht und Hass auf seine Existenz.
"Russophobie": Wer Russland kritisiert, ist aus Putins Sicht krank
Auf Gegenwind reagiert der Kreml mit einem Trick. Er lautet: Sie hassen uns, weil sie uns fürchten. Dieser Kniff ist nicht neu. Aber warum funktioniert er gerade besonders gut?







