Physische Steam-Geschenkkarten verschwinden aus dem Einzelhandel: Neue Geschenkkarten werden nicht mehr nachgeliefert, schreibt Valve auf einer Support-Seite von Steam. Das Unternehmen rechnet damit, dass die verbliebenen Bestände bis Ende 2026 abverkauft sind.

Als Grund nennt Valve Betrugsgefahr: Kriminelle nutzen demnach Geschenkkarten großer Marken wie Steam, um Menschen weltweit auszunutzen. Trotz mehrerer Gegenmaßnahmen hätten sich die Betrüger immer wieder angepasst, schreibt Valve nun auf einer Support-Seite. Deshalb habe man die „schwierige Entscheidung“ getroffen, die Karten aus dem Einzelhandel zu nehmen. Der neue Support-Eintrag ist zuerst der inoffiziellen Steam-Datenbank SteamDB aufgefallen.

In den vergangenen Jahren hat Valve nach eigenen Angaben unter anderem mit Händlern und Strafverfolgungsbehörden zusammengearbeitet, gut sichtbare Betrugswarnungen auf die Karten gedruckt und Währungseinschränkungen vorgenommen. Geholfen hat das offenbar nur begrenzt.

Betrugsmasche per Telefon

Wie die Masche typischerweise abläuft, beschreibt Valve auf einer weiteren Support-Seite: Betrüger rufen ihre Opfer an und geben sich als Mitarbeiter von Unternehmen, Behörden oder offiziellen Stellen aus. Sie drängen die Angerufenen, im nächstgelegenen Geschäft Steam-Geschenkkarten zu kaufen – angeblich, um Steuern, Kautionen oder Schulden zu begleichen oder einen Gewinn freizuschalten. Anschließend sollen die Opfer die Guthaben-Codes freikratzen und telefonisch durchgeben oder als Foto verschicken. Mit dem Ende der physischen Geschenkkarten will Valve derartigen Betrug erschweren. Zur Wahrheit gehört aber auch: Betrüger können dieselbe Masche einfach mit anderen Geschenkkarten weiterverfolgen.