Dies ist ein Open-Source-Beitrag. Die Ostdeutsche Allgemeine und die Berliner Zeitung geben allen Interessierten die Möglichkeit, Texte mit inhaltlicher Relevanz und professionellen Qualitätsstandards anzubieten.

Theodor Tusche ist ein junger und begeisterter Motorradfahrer. Er besitzt eine Simson S51. Das Kult-Kleinkraftrad aus dem Jahr 1991 kommt auf rasante 60 Stundenkilometer. Für ein Kleinmotorrad ist das zu eigentlich zu viel. Da sind nur 45 Stundenkilometer erlaubt. Aber der deutsch-deutsche Einigungsvertrag machte bewusst eine Ausnahme, damit die in der DDR weit verbreiteten „Simsons“ weiter betrieben werden konnten.

Theodor ließ sich 2025 von Pfarrerin Susanne Noack in Frankfurt (Oder) konfirmieren. Der junge Mann steht kurz vor seinem 15. Geburtstag. Als die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) Umfahrten mit der Simson organisierte, entschloss sich die Geistliche der auch aus kirchlicher Sicht umstrittenen Partei das Feld nicht zu überlassen: So sammelt sie die Moped-Enthusiasten in ihrer Kirchengemeinde. „Ich möchte den Anschluss an die Dorfjugend nicht verlieren und ihnen etwas anderes auf die Ohren geben als Rechtsruck und Altherrenwitze. Ich will die Leute nicht belehren, aber doch eine andere Geschichte bieten.“