Nvidia will sich mit einer Partnerschaft in Südkorea die Zukunft sichern. Die Firma braucht Nachschub bei HochleistungsspeichernNvidia gilt als grosser Gewinner des KI-Booms. Doch der Erfolg des Konzerns hängt auch von Lieferketten ab, die andere kontrollieren. Namentlich der koreanische Chiphersteller SK Hynix.10.06.2026, 05.30 Uhr3 LeseminutenDer Nvidia-Chef Jensen Huang besucht den Messestand von SK Hynix an der Computex in Taipeh.Ann Wang / ReutersNvidia, die wertvollste Firma der Welt, und der südkoreanische Speicherchiphersteller SK Hynix rücken näher zusammen. Wie eng ihre Beziehung ist, zeigte sich letzte Woche in Taipeh, an der grössten IT-Messe Asiens, der Computex.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Der Nvidia-Chef Jensen Huang spazierte an den Stand von SK Hynix und schrieb mit Filzstift auf eine der ausgestellten Scheiben aus hochreinem Silizium, dem Ausgangsmaterial für Chips: «Bitte stellt mehr her».Ohne Speicher keine RechnerHuangs Wunsch ist verständlich: Wenn Nvidias KI-Chips Berechnungen anstellen, müssen sie in Sekundenbruchteilen grosse Datenmengen laden können. Herkömmliche Arbeitsspeicher sind dafür viel zu langsam. Ohne Halbleiter, wie sie SK Hynix herstellt, können die Rechner von Nvidia gar nicht ausgelastet werden.Solche Speicherchips sind aber angesichts des beispiellosen KI-Booms zur Mangelware geworden. Auch die anderen beiden Anbieter – Samsung und Micron – kommen kaum mit dem Produzieren nach.Anfang Woche haben Nvidia und SK Hynix nun eine mehrjährige Zusammenarbeit angekündigt, die weit über das klassische Verhältnis zwischen einem Kunden und seinem Zulieferer hinausgeht. Auch wenn in der mit Superlativen gespickten Medienmitteilung konkrete Zahlen fehlen: Es dürfte um mehrere Milliarden Dollar gehen. Jedes Jahr.Die Ingenieure der beiden Firmen wollen die nächste Generation von Speicherchips gemeinsam entwickeln. SK Hynix greift dafür auf Nvidias Software zurück. Nicht nur, um seine Chips zu entwerfen, sondern auch, um neue Fabriken zu planen.Die Allianz sichert Nvidia den Nachschub für massgeschneiderte Speicherchips, SK Hynix erhält im Gegenzug wohl langfristige Abnahmegarantien, die den Bau neuer Chipfabriken erst möglich machen.Massive Investitionen in SüdkoreaSK Hynix hat seine Investitionsausgaben jüngst massiv in die Höhe geschraubt, um den Ausbau eines neuen Halbleiter-Clusters im südkoreanischen Yongin zu beschleunigen. Die Kosten allein für die erste Fabrik belaufen sich auf mehr als 21 Milliarden Dollar. Bereits ist die Rede von Investitionen von mindestens 75 Milliarden.Die Allianz zwischen Nvidia und SK Hynix geht tiefer als die historisch gewachsene Zusammenarbeit zwischen Google und Intel, die diese im April erneuert haben. Die beiden Konzerne verkündeten eine gemeinsame Chip-Entwicklung. Doch für die eigentlichen KI-Funktionen nutzt Google vor allem seine eigenen Halbleiter und nicht Intel-Technologie.Gegenseitige AbhängigkeitFür Nvidia und SK Hynix dürfte mehr auf dem Spiel stehen. Scheitert Nvidia am Markt, bleibt SK Hynix auf riesigen Fixkosten sitzen. Kann SK Hynix nicht genügend Speicherchips produzieren, bekommt auch Nvidia Probleme. Die beiden anderen Hersteller von Speicherchips, Samsung und Micron, die ebenfalls mit Nvidia zusammenarbeiten, hätten keine Kapazitäten, für SK Hynix einzuspringen.Eine Fabrik für Hochleistungs-Speicherchips gehört zu den komplexesten Systemen, die Menschen bauen. Tausende Maschinen müssen auf Nanometer genau zusammenarbeiten. Dazwischen bewegen sich automatisierte Transportsysteme, welche die extrem empfindlichen Siliziumscheiben von Station zu Station bringen.Erschütterungen, Verunreinigungen, Temperaturschwankungen oder eine falsch platzierte Maschine können die Ausbeute massiv senken und ganze Chargen von Speicherchips unbrauchbar machen.Die sogenannte Omniverse-Software von Nvidia, die massgeblich in Zürich entwickelt wird, hilft SK Hynix, diese Fabriken digital zu simulieren. Durch den digitalen Zwilling soll SK Hynix die Planungs- und Testphase verkürzen können. Jeder gewonnene Produktionstag zählt.Passend zum Artikel
Nvidias KI-Erfolg: Allianz mit SK Hynix soll Lieferketten stärken
Nvidia gilt als grosser Gewinner des KI-Booms. Doch der Erfolg des Konzerns hängt auch von Lieferketten ab, die andere kontrollieren. Namentlich der koreanische Chiphersteller SK Hynix.










